Thema des Tages
29-07-2026 14:20
Wetter aktuell
Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?
Am heutigen Mittwoch erwartet uns noch einmal verbreitet
hochsommerlich heißes und freundliches Wetter. Ab Donnerstag steigt
das Schauer- und Gewitterrisiko deutlich an; lokal besteht
Unwettergefahr!
Hoch OLAF verlagert sich mit seinem Schwerpunkt nach Osteuropa. Damit
wird der Weg für sehr heiße Luftmassen aus Südwesteuropa fei. Heute
befindet sich ein Höhenrücken über dem Bundesgebiet. Zudem ist die
Luftmasse sehr trocken, sodass Schauer und Gewitter nahezu
ausgeschlossen sind. Lediglich in den Alpen und am Alpenrand besteht
ein geringeres Gewitterrisiko. Dann sind aber aufgrund der sehr
trockenen Grundschicht auch Sturmböen (Bft 9) möglich. Insgesamt
erwartet uns aber heute noch einmal ein lupenreiner Hochsommertag.
Optimal für einen Ausflug ins Freibad oder an den nahegelegenen
Badesee. Allerdings steigt bei Höchsttemperaturen von 31 bis 38 Grad
auch die Wärmebelastung vor allem im Südwesten und Westen deutlich
an.
Am Donnerstag schwächt sich der Hochdruckeinfluss weiter ab.
Gleichzeitig verlagert sich im Tagesverlauf von Westen ein Bodentrog
mit einer eingelagerten Konvergenzzone über das Land hinweg. Dabei
kommt es voraussichtlich ab dem frühen Nachmittag im Westen zur
Ausbildung von Schauern und vor allem nach Norden hin auch zu
einzelnen kräftigen Gewittern.
Aufgrund der sehr trockenen Grundschicht und der relativ raschen
Verlagerung der Schauer und Gewitter liegt hier das Hauptaugenmerk
auf dem Wind. Grund dafür ist, dass durch Verdunstungsprozesse in der
trockenen Luftmasse die Fallwinde im Bereich eines Gewitters deutlich
beschleunigt werden können. Damit sind bei stärkeren Entwicklungen
schwere Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) durchaus wahrscheinlich.
Örtlich sind auch Orkanböen bis 120 km/h (Bft 12) nicht
ausgeschlossen. Bei diesen Windgeschwindigkeiten können Bäume
entwurzelt und größerer Gegenstände durch die Luft gewirbelt werden.
Bei einem Aufenthalt im Freien besteht dann Lebensgefahr!
Aber auch abseits der Gewitter frischt der Wind mit Durchzug des
markanten Bodentroges deutlich auf. Verbreitet sind für wenige
Stunden stürmische Böen (Bft 8) möglich. In der Nacht ziehen die
Schauer und Gewitter unter allmählicher Abschwächung rasch nach
Nordosten ab. In der ersten Nachthälfte muss dort jedoch noch mit
kräftigen Schauern und vereinzelten Gewittern gerechnet werden.
Morgen steigen die Temperaturen im Vorfeld des Bodentroges aber noch
einmal ordentlich an. Vor allem in Unterfranken könnte örtlich die 40
Grad Marke erreicht werden. Ein neuer Allzeitrekord ist aber
unwahrscheinlich! Trotzdem muss nochmals verbreitet mit einer starken
Wärmebelastung gerechnet werden.
Am Freitag setzt sich von Nordwesten die kühlere Luftmasse weiter
durch. Im Südosten bleibt uns die Hitze weiter erhalten. An der
unteren Donau sind auch am Freitag Spitzenwerte von bis zu 38 Grad
möglich. Am Freitag tagsüber treten im Übergangsbereich weitere
Schauer und Gewitter auf. Diese werden voraussichtlich im Vorfeld
einer herannahenden Kaltfront zum Abend von Südwesten her häufiger.
Dann besteht Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Hagel.
In der Nacht auf Samstag verlagern sich die kräftigen Schauer und
Gewitter voraussichtlich in den Osten des Landes. Bezüglich der
genauen Schwerpunkte bestehen aber insgesamt noch einige
Unsicherheiten.
Auch am Samstag ist nach jetzigem Stand die Schauer- und
Gewittergefahr im Osten und Süden noch nicht ganz gebannt. Dort
können sich erneut teils kräftige Schauer und Gewitter entwickeln.
Örtlich besteht wiederum Unwettergefahr. Ansonsten macht sich aber
von Nordwesten her deutlich angenehmere Luft bemerkbar. Somit werden
tagsüber nur noch in den Niederungen im Süden Temperaturen um 30 Grad
erwartet.
Der Hochsommer scheint sich jedoch noch nicht endgültig geschlagen zu
geben. Bereits am Sonntag könnte die Hitze vor allem im Süden wieder
zurückkehren. Wie stark die erneute Erwärmung ausfällt, ist derzeit
allerdings noch unsicher!
M.Sc.-Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.07.2026
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