Thema des Tages
20-07-2026 14:20
Wetter aktuell
Spanien - Olé
Spanien ist Fußball-Weltmeister. Das heutige Thema des Tages schaut
auf das Wetter in Spanien in den kommenden Tagen (sicher mit einigen
ausgelassenen Feierlichkeiten) - und stellt dem Spanien-Wetter das
Wetter in anderen Teilen des Mittelmeeres gegenüber.
Spanien ist Fußballweltmeister! Gratulation dazu auch von dieser
Stelle. Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Tagen zwischen den
Pyrenäen und Galicien im Norden sowie Andalusien im Süden noch die
eine oder andere Party gefeiert wird, z. B. beim Empfang am
Flughafen, wenn die so erfolgreichen spanischen Kicker aus den USA
zurückkommen.
Wenn gefeiert wird, dann schwingt immer die Hoffnung mit, das Wetter
möge doch bitte mitspielen. Meist ist damit gemeint, dass es trocken
bleiben soll. Und für Spanien und die SpanierInnen sieht es
diesbezüglich ziemlich gut aus.
Die Abbildung 1 zeigt auf der linken Seite das Geopotential (Linien)
und damit salopp gesagt die Druckverteilung in 500 hPa (entspricht
etwa 5,5 km Höhe). Darüber hinaus wird die tiefe Bewölkung
dargestellt, beides nach dem DWD-Modell ICON für den morgigen
Dienstag um 12 UTC (14 MESZ). Es zeigen sich nur recht kleine Gebiete
mit nennenswerter tiefer Bewölkung, beispielsweise von der Region
Valencia bis zu den Balearen oder auch an den nordwestlichen
Küstenabschnitten. Ansonsten fehlen über Spanien die tiefen Wolken
und die durchaus vorhandenen mittelhohen und hohen Wolken trüben den
Wettercharakter kaum. Einen Faktor für das sonnige Wetter findet man
im Geopotential. Zwar dreht sich westlich der Iberischen Halbinsel
ein Höhentief, aber über dem Norden Algeriens ist ein Höhenhoch
auszumachen, und von dort erstreckt sich ein Höhenrücken, sozusagen
eine Geopotentialbeule, über Spanien hinweg bis zur Biskaya. Im
Bereich dieses Höhenrückens kommt es zu Absinken und Wolkenauflösung,
was den tiefen Wolken den Garaus macht.
Damit bleibt es am Dienstag auch weitgehend trocken, sieht man einmal
von leichten Hinweisen des Modells auf Niederschläge an den Pyrenäen
und unweit des Mittelmeeres ab (Abbildung 1, rechts). Dabei gilt,
dass lokal in Schauern und Gewittern durchaus mehr fallen kann als
die hier in der Spitze vorhergesagten 5 mm (l/qm) in den Pyrenäen.
Abgesehen von diesen nicht gänzlich ausgeschlossenen punktuellen
Niederschlagsspitzen müssen die feierfreudigen SpanierInnen vor allem
auf die Temperaturen aufpassen. Im Süden sollen die Höchstwerte auf
bis zu 43°C ansteigen, verbreitet werden es 35 bis 40°C. Lediglich
der Norden präsentiert sich kühler.
Wer sich die Niederschlagsakkumulation über die Woche hinweg bis in
die Nacht zum Samstag anschaut (Abbildung 2) der erkennt, dass
Spanien auch im weiteren Wochenverlauf nicht übermäßig auf
Regenschutz achten muss. Lediglich im Nordwesten macht sich das o. e.
Höhentief mit etwas Regen bemerkbar. Anders dagegen die Situation von
Italien bis weit in die Türkei hinein. In Italien, wo inzwischen die
Tränen über die erfolglose Qualifikation zur Fußball-WM getrocknet
sein dürften (dabei gilt: Wer sich gar nicht erst qualifiziert, der
erspart sich natürlich die mögliche Blamage eines frühen
Ausscheidens), zeigen sich die kommenden Tage wechselhaft und immer
mal wieder regnerisch. Nochmal deutlich mehr Niederschlag als in
Italien soll sich vom Balkan und der Ägäis bis zur Ukraine
akkumulieren. Die dort erwarteten lokalen Spitzen von 100 mm liegen
etwa dreimal so hoch wie die Regenmaxima in Italien.
Das sind natürlich Informationen, die auch für Urlauber vor Ort nicht
uninteressant sind. Je nach Tagesplanung lohnt sich also ein Blick in
die Wetter-App - und eventuell lohnt es sich auch, die Tagesplanung
anzupassen. Denn wie kräftig die Gewitterentwicklungen mitunter sein
können, das konnte man schon heute Vormittag über Norditalien und der
nördlichen Adria beobachten. Die beigefügte Animation fasst 8,5
Stunden der Gewitterentwicklung zusammen. Die kräftigen Zellen
bildeten sich in den italienischen Alpen und in der Poebene und
verlagerten sich nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina. In der
Animation ploppt auch kurz eine Zahl auf. Es ist die der beobachteten
Regenmengen in Brescia - 21 mm wurden dort gemessen.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst