DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

10-07-2026 10:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 10.07.2026 um 10.30 UTC



Zunächst trocken heiß. In der zweiten Wochenhälfte zunehmende Gewitterneigung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 17.07.2026


Das blockierende Hoch über Nordwesteuropa bleibt in der ersten Hälfte der
kommenden Woche für Deutschland wetterbestimmend. Es wird gestützt durch eine
Omega Lage in der Höhe mit dem Höhenkeil über Frankreich und einem Höhenhoch
nahe Schottland. Flankiert wird der Keil von Trögen, bzw. Höhentiefs westlich
der Biskaya und über Osteuropa. Aus dieser Richtung streifen dann auch
kurzwellige Tröge den Osten Deutschlands. In der trockenen Luft bringen sie aber
nicht viel "Wetter" mit. Etwas Hebung und die Labilisierung bringen vielleicht
ein paar, wenig ergiebige Schauer.
Spannender wird es eher über Süddeutschland. Dorthin weitet sich von Frankreich
her eine Tiefdruckrinne aus, die neben einer labileren Schichtung der Atmosphäre
auch eine Anfeuchtung der Luft bringt. Das hat wahrscheinlich ab Dienstag einige
starke Schauer und Gewitter zur Folge, die zur Auslöse aber meist die Orografie
benötigen, weil nur wenig Hebung generiert wird.
Dabei bleibt die sehr warme bis heiße Luftmasse wetterbestimmend, die oft aber
auch ziemlich trocken ist. Damit stehen den hohen Temperaturen tagsüber, im
Norden um, sonst teils deutlich über 30°C, zumindest in einigen Regionen
halbwegs kühle Nächte gegenüber. Allerdings sind gerade im Westen und Südwesten
auch nächtliche Tiefstwerte um oder wenig unter 20°C auf der Karte mit
entsprechend großer Wärmebelastung.

Etwas Bewegung in die Strömungsanordnung kommt in der zweiten Wochenhälfte, wenn
der Höhenrücken unter Abschwächung nach Osten gedrängt wird und wir von Westen
auf die Vorderseite des sich nach Frankreich und in die Nordsee ausweitenden
Troges gelangen. Damit nimmt der zyklonale Einfluss deutlich zu und die
instabile und feuchtere Luft breitet sich vom Süden auf größere Landesteile aus.
Ob bis Freitag auch der Nordosten erfasst wird, ist unsicher. In dieser Luft
werden dann teils starke, lokal unwetterartige Gewitter ausgelöst.
Bevor am Wochenende, also erweiterte Mittelfrist, zumindest eine gewisse
Abkühlung ansteht, deuten sich je nach Timing der Gewitter nochmal für
Donnerstag und Freitag schwülheiße Tage an, die dann zu den hohen Temperaturen
tagsüber auch warme Nächte bringen.

Für die erweiterte Mittelfrist sieht es zunächst nach zyklonal geprägtem Wetter
aus mit Schauern und Gewittern. Wie lange das durchhälfte ist offen. Ebenso das
Ausmaß der Abkühlung.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Das europäische Modell ist zumindest was den Hochdruckeinfluss bis Wochenmitte
angeht konsistent. Unsicherheiten ergeben sich bei den Trögen, die den Osten
streifen. Diese werden von Lauf zu Lauf mal mehr, mal weniger betont. Darüber
hinaus ergeben sich bei der Umstellung nach Wochenmitte größere Unschärfen. Der
neueste Lauf zeigt den zyklonalen Einfluss verzögert übergreifen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Ähnliches gilt für die Betrachtung der anderen Globalmodelle. Die Simulation der
kurzwelligen Tröge und deren eingelagerte Höhentiefs bereit den Modellen die
üblichen Schwierigkeiten. Das schlägt sich im Folgenden auch in den ENS nieder.
Nächster Abschnitt.
Den Übergang zu zyklonalerem Wetter nach Wochenmitte haben die meisten Modelle
im Programm. UKMO dabei noch am wenigsten, hier bleibt der Höhenkeil sogar noch
westlich von uns, nur im Bodendruckfeld schiebt sich das Tief zu uns vor. GFS
und ICON lassen die Umstellung schneller vonstattengehen als das IFS, mit ICON
als Vorreiter.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die ENS stützen anhand der Rauchfahnen die Aussagen des Kontrolllaufs. Vor allem
die Temperaturverläufe zeigen aber schon rasch einen gewissen Spread, der auf
die Unsicherheiten bei der Simulation der kleinen Tröge zurückgeht, die den
Norden und Osten beeinflussen. Das Geopotential beginnt im Wochenverlauf bei
steigendem Spread langsam zu sinken. Dazu kommen ab Dienstag im Süden vermehrt
Niederschlagssignale, über der Mitte vor allem ab Freitag, Ende nächster Woche
erreichen diese dann den Nordosten.

Die Clusterung bringt für Montag und Dienstag zwei, im nächsten Zeitschritt 4
Cluster, die alle, wenig überraschend, ins Blocking fallen.
Ab Mittwoch konzentriert sich die positive Geopotentialanomalie auf Nordeuropa,
während der Keil südlich davon schwächelt. Das zeigt sich vor allem bei den
beiden größeren Clustern mit zusammen 35 Membern. Cluster 3 und 4 (zusammen 16
Member) zeigen das hohe Geopotential robuster und weiter westlich, bzw. über
Mitteleuropa. Damit sähe es für wechselhaftes Wetter eher mau aus.

In der erweiterten Mittelfrist weitet sich das Lösungsspektrum, der größte der 3
Cluster (21 Member) zeigt Deutschland dann auf einer Trogvorderseite.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Dienstag und Mittwoch sind im Süden mit Hilfe der Orografie (Schwarzwald,
Alb, Alpen) einzelne starke Gewitter möglich. Vereinzelt auch unwetterartig.

In der zweiten Wochenhälfte nimmt die Gewitterneigung insgesamt von Südwesten
her zu. Dann steigt auch das Unwetterpotential.

Daneben gibt es eine große Wärmebelastung, die sich in der zweiten Wochenhälfte
mit zunehmender Schwüle und wärmeren Nächten noch steigert.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner