DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

14-06-2026 17:01
SXEU31 DWAV 141800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 14.06.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Weiterhin leicht wechselhaft, aber allmählich wärmer.
An einigen Küstenabschnitten anfangs und auch im Laufe des Montags noch
stürmische Böen. Anfangs im Nordosten und am Montag mit geringer
Wahrscheinlichkeit an der Vorpommerschen Ostseeküste auch einzelne kurze
Gewitter.
Dienstag im Westen, Südwesten und in Teilen der Mitte bevorzugt über dem
Bergland einzelne Gewitter, dabei Starkregen nicht auszuschließen.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland am Rande eines Zentraltiefs, das sich im Raum
Gotland festgesetzt hat und sich zögernd in Richtung Baltikum verlagert. Auf
Irland greift ein Höhenkeil über, der jedoch aufgrund der blockierenden Wirkung
des Zentraltiefs kaum nach Osten vorrankommt. Somit ergibt sich über
Mitteleuropa eine zyklonale nordwestliche Strömung, wobei nach Nordosten hin
eine rege Schauertätigkeit zu verzeichnen ist; auch kurze Gewitter traten dort
auf. Bedingt durch den dort vorhandenen kräftigen Gradienten kommen im Norden,
Nordosten und in Teilen der Mitte verbreitet Wind- und einzelne stürmische Böen
zustande. An der See sowie in Verbindung mit kräftigeren Schauern und kurzen
Gewittern gibt es vermehrt stürmische Böen.
Im Westen und Süden macht sich, gestützt durch Kaltluftadvektion, antizyklonaler
Einfluss bemerkbar. Dort bleibt es trocken und warnrelevante Böen sind im
Wesentlichen auf die dortigen Höhenlagen beschränkt.
In der Nacht zum Montag flaut abseits der Küste der Wind tagesgangsbedingt ab.
An der See muss aber weiterhin mit Wind- und anfangs an der Ostsee auch mit
einzelnen stürmischen Böen gerechnet werden. An der Nordsee reicht es dann kaum
noch für Schauer, bedingt durch die ausgeprägte Zyklonalität der Strömung sind
an der Ostseeküste (vor allem an der Vorpommerschen Küste) weitere Schauer und
anfangs vielleicht auch noch einzelne kurze Gewitter zu erwarten.

Montag ... ist das o.g. Zentraltief über den Baltischen Staaten zu finden. Der
nachfolgende Höhenkeil rückt etwas nach Osten vor und erstreckt sich am Abend
von Westfrankreich über England und Schottland hinweg nordwärts.
Warmluftadvektion, die diesen Keil stützt, greift relativ weit nordwärts bis in
das Seegebiet südwestlich von Island aus.
Über Mitteleuropa ändert sich gegenüber heute nicht allzu viel. Nach wie vor ist
die Strömung zyklonal aus Nordwest, aber bedingt durch das sich allmählich
abschwächende Zentraltief wird der Gradient etwas schwächer als dass dies heute
der Fall ist. Gestützt durch den Tagesgang sind etwa nordöstlich einer Linie
Wesermündung-Spreewald erneut Windböen Bft 7 und an der See sowie in exponierten
Kamm- und Gipfellagen des Harzes und Erzgebirges stürmische Böen zu erwarten. An
der Ostsee sowie von Vorpommern bis in die Lausitz hinein kann die
Schauertätigkeit noch einmal aufleben, wobei deren Intensität gegenüber heute
deutlich abgeschwächt ist. Einzelne kurze Gewitter sind mit geringer
Wahrscheinlichkeit allenfalls noch an der Vorpommerschen Ostseeküste
vorstellbar.
Ansonsten macht sich mehr und mehr antizyklonaler Einfluss bemerkbar, der durch
den ein wenig nach Osten vorankommenden Höhenkeil gestützt wird. Im Westen und
Süden sind daher längere sonnige Abschnitte zu erwarten. In diesen Gebieten
steigt die Temperatur auf 20 bis 24, am Oberrhein auf Werte um 25 Grad, wogegen
sonst 15 bis 19 Grad erreicht werden.

In der Nacht zum Dienstag wandelt sich der über Westeuropa liegende Höhenkeil in
einen breiten Rücken um. Nach wie vor dauert die nordwestliche Strömung an, ist
aber durch ostwärts übergreifende antizyklonale Anteile zumindest relativ glatt
und nach Südwesten hin vermehrt antizyklonal geprägt. Die Schauertätigkeit kommt
daher auch an der Ostsee bereits in der ersten Nachthälfte zum Erliegen, auch
der Wind ist danach nicht mehr warnrelevant.
Warmluftadvektion, die in Verbindung mit der Warmfront eines flachen, sich über
der Doggerbank entwickelnden Tiefs steht, sorgt von Westen her für einen
Wolkenaufzug, in der zweiten Nachthälfte kann ganz im Westen etwas Regen
aufkommen. Ansonsten bleibt es noch trocken.

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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Dienstag ... verlagert sich das o.g. Zentraltief zum Onega-See, wodurch der Weg
frei wird für den Höhenrücken, der sich bis in die Nordsee vorarbeitet. Dieser
wird an seiner Nordflanke durch Warmluftadvektion gestützt und weitet sich daher
noch etwas nordwärts aus. Das flache Tief über der Doggerbank wandelt sich in
eine Tiefdruckrinne um, die sich von den Niederlanden bis nach Südniedersachsen
/ Harz vorarbeitet. An deren Südflanke wird feuchtlabile Luft angesaugt, CAPE
(MU) erreicht ca. 500 J/kg, ist aber dort, wo die Schichtung am labilsten ist,
noch gedeckelt. Allerdings weist die Luftmasse dann einen Gehalt an
niederschlagbarem Wasser zwischen 25 und knapp über 30 mm auf. Signale für
dynamisch bedingte Hebung lassen sich nicht finden. Daher bedarf es für die
Auslösung von Konvektion orografischer Unterstützung. Einzelne Gewitter mit
Starkregen sind daher im westlichen und zentralen Mittelgebirgsraum nicht
auszuschließen.
Im Nordwesten und Norden ist die Schichtung zu stabil, nach Südosten hin der
antizyklonale Einfluss zu sehr ausgeprägt, so dass in diesen Regionen konvektive
Umlagerungen eher unwahrscheinlich sind.
Auch wenn längere sonnige Abschnitte wohl eher eine Ausnahme darstellen, so
macht sich dennoch ein Temperaturanstieg bemerkbar. Im Norden und in den
Höhenlagen der Mittelgebirge werden 15 bis 19 Grad erreicht. Ansonsten erfolgt
eine Erwärmung auf 20 bis 24, in den tieferen Lagen West- und
Südwestdeutschlands auf 25 bis 28 Grad.

In der Nacht zum Mittwoch greift der Höhenrücken auf Mitteleuropa über. Durch
diesen wird ein ausgedehntes, aber schwaches Hoch über Südeuropa mit Ableger
über dem Alpenraum gestützt. Warmluftadvektion, die mit der Warmfront eines
Tiefs südwestlich von Island in Verbindung steht, greift auf die Nordsee über,
wodurch auch im Nordwesten geringe Niederschläge aufkommen können. Zumindest
bringt diese Warmfront, wenngleich bei noch stabiler Schichtung, eine
Durchfeuchtung der Troposphäre mit sich. Von Nordwesten bis in weite Teile der
Mitte hinein steigt der Gehalt an niederschlagbarem Wasser auf 30 bis über 35,
im Nordwesten bis knapp über 40 mm.
Mit dem Höhenrücken gelangt eine andere, eher leicht subtropische Luftmasse in
das Vorhersagegebiet. Einstellige Temperaturminima sind dann nur noch im Norden
abseits der Küste zu erwarten. Im Südwesten geht die Temperatur kaum noch unter
15 Grad zurück.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann