DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
06-06-2026 17:01
SXEU31 DWAV 061800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 06.06.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Leicht wechselhafter Sonntag mit EMIL im Süden.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... sind wir in Deutschland dabei, uns in die Fänge von QUELLA zu
begeben. Die Rede ist von einem kleinen Tief, das seine besten Stunden schon
hinter sich hat und gerade dabei ist, das sichere englische Festland gegen die
westliche Nordsee (Humber/Dogger) einzutauschen. Die zugehörige teilokkludierte
Kaltfront greift auf den Vorhersageraum über bzw. überquert diesen langsam
ostwärts, gefolgt von einem stark negativ geneigten, also nach Südosten
weisenden KW-Trog. Mit anderen Worten, das heute tagsüber wetterbestimmende
Zwischenhoch DJAMSCHIED muss nach seinem Kurzaufenthalt bereits wieder weichen,
es zieht sich in Richtung Baltikum zurück. Ein würdiger Nachfolger steht in Form
des nächsten, sich nach Süddeutschland vorschiebenden Azorenhochkeils aber schon
ante portas - Gott zum Gruße EMIL.
Zum Nachtwetter, das aufgrund der zunehmend zyklonalen Rahmenbedingungen wenig
überraschend wechselhaft abläuft. Bereits jetzt haben schauerartige Regenfälle
und sogar vereinzelte Gewitter die westlichen und nordwestlichen Landesteile
erreicht, wofür übrigens nicht nur die Front verantwortlich zeichnet. Die wird
unterstützt durch ein ausgewiesenes PVA-Maximum vor dem Trog, das harmonisch mit
der Front interagiert. Die fragilen Regenfälle verlagern sich ostwärts, wobei
nach Süden hin am wenigsten fällt (die vorlaufenden Schauer/Gewitter in Bayern
sind bald Geschichte). Aber auch sonst hält sich die Intensität in Grenzen, 5
l/m² werden kaum mal überschritten. Nach einer postfrontalen Pause kommt es nach
Mitternacht im Nordwesten zu neuen Schauern respektive schauerartigen
Regenfällen, was einem kleinen Sekundärtrog mit WLA sowie dem sich der Deutschen
Bucht bzw. Fisher nähernden Bodentief geschuldet ist. Nicht ganz ausgeschlossen,
dass gerade über der offenen See zudem etwas Elektrik geboten wird, auch wenn es
nicht nach der großen Nummer aussieht.
Ansonsten bliebe nur noch festzuhalten, dass der auf Süd-Südwest rechtdrehende
Wind auf und an der Nordsee zum frühen Sonntagmorgen anzieht mit ersten steifen
Böen 7 Bft, exponiert sowie auf freier See bis zu 8 Bft (stürmische Böen). Je
nach Bewölkung kühlt es auf 15 bis 8°C ab, wobei es in den Mittelgebirgen am
frischesten wird.
Sonntag ... zieht QUELLA bzw. die kärglichen 1010+X-hPa-Reste, die von ihr noch
übrig sind, in Richtung Skagerrak. Die teilokkludierte Kaltfront verlässt uns in
Richtung Polen/Tschechien und in der Höhe beginnt die schwache Strömung zu
zonalisieren mit am Nachmittag zunehmend antizyklonaler Kontur. Das hat durchaus
Auswirkungen auf das Bodendruckfeld, wo sich der gute EMIL von einem schlanken
Keil zu einer wenn auch kleinen, aber eigenständigen Parzelle mit knapp 1025 hPa
mausert. Das Hoch nähert sich von Ostfrankreich her und sorgt in der Südhälfte
bis in die östliche Mitte hinein für einen heiter bis wolkigen und weitgehend
trockenen Sonntag. Wolkig deswegen, weil sich aus der labilen, etwa bis 750-700
hPa hinaufreichenden Grundschicht Quellungen bilden, die in den meisten Fällen
aber keine Hydrometeore absondern. Am ehesten könnte es mal in Alpennähe für ein
paar kurze Schauer reichen, während Gewitter wohl nur inneralpin für Unruhe
sorgen. Abgesehen von höheren Lagen steigt die Temperatur auf 22 bis 26°C.
Nach Norden präsentiert ich die frisch einfließende subpolare Meeresluft (mPs;
T850 um 6°C) weniger gönnerhaft. Meint mehr Wolken als im Süden und auch einige
Schauer, weil die Sperrschicht entweder etwas höher liegt oder nur sehr schwach
ausgeprägt ist. Nicht ausgeschlossen, dass sogar mal ein kurzes Gewitter an den
Start geht, auch wenn nur sehr wenig CAPE vorhanden ist. Moderate Scherung und
Höhenwinde bis 35 Kt (850 hPa) lassen im Fall der Fälle sogar kleinen Hagel und
Böen bis 8 Bft zu, während Starkregen wohl höchstens bei Mehrfachtreffern
relevant werden könnte. In der Basis sollten die Gewitter aber mit Gelb
durchgehen und allzu viele wird´s auch nicht geben.
Was es gibt, ist Wind, vor allem an der Nordsee inkl. dem küstennahen
Binnenland, bedingt aber auch im Bereich der westlichen Ostsee. Böen 7 Bft aus
Südwest bis West sind obligatorisch, Böen 8 Bft stehen insbesondere an der
schleswig-holsteinischen Nordseeküste auf der Karte. Während im Nordwesten bei
Maximumtemperaturen zwischen 17 und 20°C Schluss ist, sind nach Osten und
Nordosten zu 19 bis 24°C zu erwarten.
In der Nacht zum Montag verstärkt sich der Zwischenhocheinfluss noch etwas. Zwar
büßt EMIL in der Spitze ein paar Hektopascal ein, dafür breitet er sich
flächenmäßig aus, so dass auch Norddeutschland partizipiert. Hinzu kommt ein
flacher Potenzialrücken, der sich genau über dem Vorhersageraum positioniert.
Die Konvektion fällt zusammen, die Bewölkung nimmt ab. Da und dort bilden sich
ein paar flache Nebelfelder. Tiefstwerte 13 bis 6°C.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... gelten im Großen und Ganzen die Ausführungen der heutigen
Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Wetterlage gibt nicht allzu viel her, um an dieser Stelle großartig
rumzuphilosophieren.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann