DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
28-03-2026 16:30
SXEU31 DWAV 281800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 28.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Wechselhaft, teils Schnee, teils Regen. Wochenbeginn windig mit Aprilwetter,
inklusive einzelner Graupelgewitter. Nächte häufig Frostgefahr.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... und auch den Rest der Kurzfrist über ergeben sich zur morgendlichen
Kurzfrist keine nennenswerten Diskrepanzen. Detaillierte Informationen können
der Frühübersicht entnommen werden. Hier folgt daher nur eine kurze Übersicht
der warnrelevanten Parameter.
Heute Nachmittag und Abend arbeitet sich eine Okklusion sehr langsam südostwärts
voran und erstreckt sich zum Abend in etwa vom Schwarzwald über den Thüringer
Wald bis nach Rügen. Peripher der Front tritt länger anhaltend Regen auf,
postfrontal auch in Schauerform. Je nach Intensität des Niederschlags schwankt
die Schneefallgrenze zwischen 500 und 700 m, sodass im oberen Bergland der eine
oder andere Zentimeter Neuschnee liegen bleibt. Warnrelevant fallen die
Niederschlagsmengen nicht aus, wobei im NRW Bergland mit 10 bis 15 l/qm heute
tagsüber das meiste Nass fällt.
Im Südosten bleibt es trocken und freundlich, im Nordwesten lockert die
Bewölkung postfrontal ebenfalls auf - dort mit einem geringen Schauerrisiko.
Der West-/Nordwestwind weht schwach bis mäßig, in Schauernähe und auf Helgoland
zeitweise böig (Bft 7). Die abendlichen Werte liegen im Dauerniederschlag nur
wenig über dem Gefrierpunkt und sonst im Osten/Nordwesten zwischen 10 und 6
Grad.
In der Nacht zum Sonntag verlagert sich die Front in den Osten/Süden der
Republik bei einer auf 400 bis 300 m zurückgehenden Schneefallgrenze. Besonders
von Oberschwaben ostwärts bis in den Münchner Raum und natürlich Richtung
Allgäu/Alpen gibt es deutliche Signale für einige Zentimeter Neuschnee. Meist
sind es 1 bis 5 cm, regional können es aber auch in Richtung Schwaben 4 bis 8
cm, in Staulagen der Alpen bis 15 cm Neuschnee werden. Auch sonst fällt in
weiten Bereichen Bayerns bis ins Vogtland je nach Intensität eine Mischung aus
Schneeregen, Regen oder Schnee, wobei nur regional etwas Neuschnee zu erwarten
ist (besonders peripher der Fränkischen Alb, dem Fichtelgebirge, Frankenwald und
dem Vogtland). Es muss in diesen Bereichen zeitweise/regional mit Straßenglätte
gerechnet werden.
Im Westen lockert die Bewölkung auf, bevor eine schwache Okklusionspassage
erneut Schauer in den gesamten Westen der Republik trägt. Besonders im Bergland
ist es streckenweise glatt durch Überfrieren.
Die Minima liegen in der maritimen Polarluft zwischen +2 und -3 Grad, im
Bergland auch darunter.
Sonntag ... wird dann von Zwischenhocheinfluss dominiert. Die Restfeuchte der
Nacht sorgt im Süden und Osten für einen trüben und teils noch nassen Vormittag
(Schneefallgrenze auf 400 bis 600 m steigend) und besonders im Alpenvorland
sowie im Stau vom Erzgebirge bleibt es so auch bis zum Abend. Ansonsten lockert
die Bewölkung über der Mitte und im Norden rasch auf und macht im Tagesverlauf
reger Quellbewölkung Platz, die hier und da (besonders im Bergland) für einen
kurzen/schwachen Schauer gut ist. Meist bleibt es aber trocken. Zum Abend
verdichtet sich die Bewölkung im Nordwesten erneut und zeigt das Nahen eines
neuen Frontensystems an.
Die Maxima liegen im nassen Südosten zwischen 3 und 8 Grad und sonst zwischen 7
und 13 Grad. Der Wind kommt schwach bis mäßig aus West, im Nordwesten zunehmend
aus Südwest und dort frischt er am Nachmittag auch etwas auf. Über der Deutschen
Bucht treten zunehmend stürmische Böen auf, in Richtung Helgoland auch Sturmböen
aus Südwest.
In der Nacht zum Montag bleibt es im Süden und Osten meist klar und trocken,
wobei sich aber auch hier im Verlauf der Nacht die Bewölkung von Nordwesten
verdichtet.
Im Westen und Norden kommt hingegen peripher einer Okklusionspassage rasch
Niederschlag auf, der sich bis zum Ende der Nacht bis zum Schwarzwald/Thüringer
Wald/Rügen voran arbeitet. Die Schneefallgrenze verbleibt zwischen 400 und 600
m, sodass im zentralen Bergland einige Zentimeter Neuschnee fallen können
(Median 1 bis 5 cm, im Oberharz bis 10 cm). Ausgangs der Nacht sind im
Nordwesten einzelne Gewitter mit stürmischen Böen nicht ausgeschlossen.
Mit der Front/dem Regen frischt der Südwestwind im Westen und Norden böig auf
(Bft 6 bis 7), mit markanten Böen im oberen Bergland (meist Bft 8 bis 9, auf dem
Brocken auch orkanartige Böen Bft 11). Über der Deutschen Bucht drohen
präfrontal markante Böen (Bft 8 bis 9, strichweise Bft 10) aus Südwest,
postfrontal nach kurzer Flaute Bft 8 bis 9 aus Nordwest (dann vorzugsweise in
Schauer- und Gewitternähe).
Die Minima liegen zwischen 5 und 1 Grad, im Süden zwischen +2 und -3 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... herrscht unter einem Höhentrog mit adäquater Höhenkaltluft
Aprilwetter vom feinstes. Bis zum frühen Nachmittag sorgt die südostwärts
durchschwenkende Okklusion noch für teils länger anhaltende Niederschläge, die
in der Folge aber auch hier in Schauerform übergehen.
Ansonsten herrscht deutschlandweit und ganztägig reges Schauerwetter mit teils
kräftigen Schnee-, Schneeregen-, Graupel-, oder Regenschauern, inklusive einiger
Graupelgewitter. Die Schneefallgrenze liegt bei 400 bis 600 m, kann in kräftigen
Schauern aber vorüberbegehend bis in tiefe Lagen zurückgehen. Neuschnee ist aber
in der durchmischten Luftmasse kein großes Thema, meist handelt es sich nur um
wenige Zentimeter im oberen Bergland. Anders sieht es im Alpenstau aus, wo
länger anhaltende Schneefälle um 10 cm Neuschnee in 12h bringen, im direkten
Stau teils auch etwas mehr.
Der Nordwestwind frischt besonders in Schauernähe stark böig auf (Bft 6 bis 7),
hier und da reicht es vielleicht auch im Westen für eine Bft 8. Markante Böen
treten sonst meist im Bergland und über der Deutschen Bucht auf (Bft 8 bis 9),
wobei sich der Wind zum Abend zügig abschwächt.
Die Maxima liegen zwischen 6 und 12 Grad, im Bergland etwas darunter.
Die Nacht zum Dienstag verläuft weiterhin wechselhaft mit zahlreichen Schauern,
die teils als Regen, teils als Schnee/Schneeregen fallen (Schneefallgrenze um
400 m). Im Alpenstau schneit es anhaltend mit weiteren 5 bis 10 cm Neuschnee in
12h.
Die Minima liegen zwischen +4 und -2 Grad und der Wind aus West/Nordwest weht
mäßig bis frisch, im Nordosten schwach bis mäßig. Im Bergland sowie über der
Deutschen Bucht treten weiterhin Böen auf (Bft 7/8). Es muss regional mit
Straßenglätte gerechnet werden.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Entwicklung innerhalb der Numerik wird sehr einheitlich gesehen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy