DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
27-03-2026 10:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft und relativ kühl, in den Nächten verbreitet leichter Frost.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 03.04.2026
Am Montag liegt Deutschland unter einem Trog, der sich vom Nordmeer bis nach
Mittelitalien erstreckt. Dieser Trog wird flankiert von einem kräftigen Hoch mit
Schwerpunkt knapp westlich der Biskaya und einem weiteren Hoch über dem
südlichen Ural. Im Bereich dieses Troges ist kühles Schauerwetter bis hin zu
kurzen Graupelgewittern zu erwarten. Oberhalb 800 m fällt durchweg Schnee. Zudem
muss anfangs noch in exponierten Berglagen mit Sturmböen gerechnet werden. Mit
der allmählichen Ostverlagerung des dann bis nach Tunesien reichenden Troges
stellt sich in der Nacht zum Dienstag eine nördliche Strömung mit staubedingen
Schneefällen in den Mittelgebirgen und an den Alpen ein, wo sich Nordföhn mit
Sturmböen in exponierten Gipfellagen einstellt. Dieser dauert bis in den
Donnerstag hinein an und wird hier nicht weiter erwähnt. In Lagen oberhalb 600 m
sind einige bis etwa 10, im Stau der Alpen bis über 20 cm Neuschnee vorstellbar.
Ansonsten lassen die Schauer vorübergehend nach, leben aber am Dienstag
tagesgangsbedingt wieder auf. An den Alpen können noch einmal um 10 cm Neuschnee
hinzukommen. Zudem frischt in exponierten Gipfellagen sowie an der Nordsee der
Wind auch wieder mit Sturmböen Bft 8/9 auf.
In der Nacht zum Mittwoch tropft der wetterbestimmende Trog aus. Die leicht
mäandrierende Frontalzone setzt sich dann über Nordskandinavien hinweg zum
nördlichen Ural durch. Im Bereich des Trog-Residuums sind am Mittwoch vor allem
über dem Bergland und dem Süden Deutschlands weitere Schneeschauer zu erwarten,
die noch ein paar Zentimeter Neuschnee ergeben können. Im Norden und Westen
setzt sich Hochdruckeinfluss durch; Absinken lässt in diesen Gebieten die
Bewölkung zusehends auflockern.
Am Donnerstag und Freitag hält sich das aus dem vorherigen Austropfprozess
hervorgegangene Höhentief über dem Vorhersagegebiet, so dass in dessen Bereich
jeweils tagsüber das kühle Schauerwetter bestehen bleibt. Im Bodendruckfeld
entwickelt sich dann, gestützt durch Kaltluftadvektion, ein Hoch über dem
Nordmeer. Zwischen diesem Hoch und einem Tiefdrucksystem über dem östlichen
Mittelmeer gelangt mit einer nördlichen bis nordöstlichen bodennahen Strömung
weiterhin Polarluft nach Mitteleuropa.
An allen Tagen wird die 10 Grad-Marke nur bei größeren Auflockerungen etwas
überschritten. In den Nächten ist (vor allem, aber nicht nur ausschließlich) bei
Aufklaren mit leichtem Frost zu rechnen.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich das
Cut-Off-Tief über die Alpen hinweg nach Südeuropa, wodurch an den Alpen die
Schneefälle noch einmal aufleben können. Am Rande des Hochs über Skandinavien
setzt sich im Laufe des Wochenendes wahrscheinlich auch über Deutschland
antizyklonaler Einfluss durch, so dass sich vor allem im Westen und Süden ein
leichter Temperaturanstieg einstellt. In den Nächten bleibt jedoch die
Frostgefahr bestehen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Dienstag ist der aktuelle Modelllauf zu den gestrigen
Simulationen weitgehend konsistent. Ab Mittwoch hatten die beiden Modellläufe
des Vortages bereits Hochdruckeinfluss zu bieten; mit der aktuellsten Version
bleibt ein Temperaturanstieg aus.
Im erweiterten mittelfristigen vorhersagezeitraum wird der Schwerpunkt des dann
sich entwickelnden Hochs zusehends nach Norden verlagert. Dieser lag beim
gestrigen 00 UTC-Lauf noch über dem Alpenraum (und nicht, wie bei der aktuellen
Modellrechnung über dem Nordmeer), so dass selbst dann nur sehr zögernd ein
leichter Temperaturanstieg in Gang kommt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschliesslich Dienstag wird die oben beschriebene Entwicklung von den
verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis
dahin nicht ableiten. Bereits am Mittwoch positionieren die Modelle (außer EZMW
und das Modell des kanadischen Wetterdienstes) das Cut-Off-Tief über Polen, also
weiter östlich. Danach lassen die Modelle dieses Tief rasch nach Süden
verschwinden, was sich nunmehr auch beim kanadischen Modell abzeichnet. Am
Freitag lässt GFS als einziges Modell bereits atlantische Tiefausläufer auf
Mitteleuropa übergreifen. ICON und auch das kanadische Modell haben dann einen
breiten Höhenrücken über Mitteleuropa zu bieten.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum zeigt GFS den Schwerpunkt des
sich dann entwickelnden Bodenhochs über dem Alpenraum, was der EZMW-Version des
00 UTC-Laufes des Vortages ähnelt. Das Modell des kanadischen Wetterdienstes
zeigt eine Zwischenlösung und positioniert das Hoch über Polen. AIFS stützt
dagegen die Version vom GFS.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS stützt weitgehend die Entwicklung des hauseigenen
deterministischen Modells, verschiebt aber den Schwerpunkt des Bodenhochs ein
wenig nach Norden, so dass dann die Frontalzone über dem Ostseeraum zu finden
wäre. Dies zeigt sich vor allem bei den neueren Modellläufen. Dabei ergibt sich
bei einem relativ geringen Spread ab der Wochenmitte ein Trend zu eher
ansteigenden Temperaturen. Über den gesamten Vorhersagezeitraum hinweg lassen
sich Signale für Niederschläge finden. Abseits der Gebirge werden jedoch mehr
als 5 mm innerhalb von 6 Stunden nur von Einzelmembern signalisiert.
Das EPS des EZMW lässt, dem EPS-Mittel zur Folge, das Höhentief bereits in der
Nacht zum Donnerstag verschwinden, was externen Modellen und auch weiter
zurückliegenden Modellläufen entsprechen würde. Betrachtet man jedoch das
Clustering gemäß Großwetterlagen, ergibt sich neben dem Strömungsmuster Trog
Mitteleuropa bis einschließlich Freitag eine sehr dominante zyklonale
Nordostlage. Dieses Szenario, das dieses Höhentief nicht so rasch verschwinden
lässt, entspricht auch den synoptischen Erfahrungen. Ab dem ersten
Aprilwochenende gewinnen antizyklkonale Lagen die Oberhand, wobei sich der
Schwerpunkt des blockierenden Hochs allmählich nordwärts in Richtung
Skandinavien / Nordmeer verlagert. Aufgrund der hieraus resultierenden
nördlichen bis östlichen bodennahen Strömung kommt dann ein Temperaturanstieg
nur sehr zögernd in Gang.
Wie beim EPS des GFS ist auch beim EPS des EZMW der Spread nur gering. Dabei
lässt sich auch anhand der "Rauchfahne" nur ein sehr zögernder Temperaturanstieg
ableiten. Dieser wäre nach AIFS-EPS ausgeprägter und würde rascher erfolgen
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag ist auf exponierten Berggipfeln sowie an der Nordsee Nordwestwind mit
einzelnen Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Im Tagesverlauf erfolgt eine
Windabschwächung. Dann setzt auf Alpengipfeln Nordföhn mit Sturmböen in
exponierten Gipfellagen ein.
Darüber hinaus muss in den Staulagen der Alpen mit hoher, im Stau der nördlichen
und östlichen Mittelgebirge mit geringer Wahrscheinlichkeit mit mehr als 10 cm
Neuschnee innerhalb von 12 Stunden gerechnet werden.
Am Dienstag besteht in höheren Berglagen der nördlichen und östlichen
Mittelgebirge sowie an der Nordsee erneut die Gefahr von Sturmböen Bft 8/9, zum
Abend hin erfolgt Windabschwächung. Auf exponierten Alpengipfeln ergeben sich
durch Nordföhn weiterhin Sturmböen. Zusätzlich sind im Stau der Alpen erneut 10
bis 15 cm Neuschnee nicht auszuschließen.
Am Mittwoch und Donnerstag kommen an den Alpen weitere meist leichte Schneefälle
zustande, der Neuschneezuwachs erreicht dabei nur noch mit geringer
Wahrscheinlichkeit um 10 cm innerhalb von 12 Stunden. Auf Alpengipfeln jedoch
dauert der Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Höhenlagen an.
In den Nächten muss bei Aufklaren (und nicht nur dann) verbreitet mit leichtem
Frost gerechnet werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS, Temperaturen etwas mehr hin zu tieferen Werten korrigieren.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann