DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

19-03-2026 18:01
SXEU31 DWAV 191800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 19.03.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Keine markanten Entwicklungen.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
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Aktuell ... liegen weite Teile Europas unter dem Einfluss eines großen
Hochdruckgebiets, dass seinen Schwerpunkt zur Nordsee verschiebt. Gestützt wird
es von einem Höhenrücken, der ausgehend vom Nordatlantik nach Skandinavien
reicht. An dessen Ostflanke zieht ein Trog, verbunden mit einer schwachen
Kaltfront von Dänemark und der Ostsee nach Süden.
Die Aktivität daran ist wegen des stark antizyklonalen Umfelds gering, mehr als
ein Band dichter Bewölkung und wenige Tropfen Regen ist damit nicht verbunden.
Die Wolken erfassen aktuell den äußersten Norden, sonst scheint abends die Sonne
bei milden Temperaturen.

In der Nacht zum Freitag hält sich der Hochdruckeinfluss, nur unterbrochen von
der Kaltfront, die etwa bis an den Nordrand der Mittelgebirge nach Süden
ausgreift. Dabei ist der Himmel teils stark bewölkt und im Nordosten regnet es
örtlich leicht.
Postfrontal lockert die Bewölkung wieder auf, über der Mitte und dem Süden kommt
nur hohe oder mittelhohe Bewölkung an. Frost dürfte über dem Bergland der Mitte
und im Süden ein Thema werden, darüber hinaus in Teilen Schleswig-Holsteins,
wenn es wieder aufgeht.
Nebel wird kein großes Thema; wenn, dann im Norden, wo feuchtere Luft
einsickert.


Freitag ... formiert sich aus dem Hochdruckgebiet eine langgestreckte Zone hohen
Druckes, dessen Divergenzachse nördlicher liegt, als die der Letzten. Sie reicht
über die Nordsee und Dänemark, nach Südschweden und zur mittleren Ostsee.
Entsprechend dominiert Absinken und abseits des frontalen Bereichs mit
feuchterer Luft, ist die Luftmassen ziemlich trocken.

Auf dem Weg in die südliche Landesmitte schwächt sich die Kaltfront in
frontolytischem Umfeld weiter ab. Bewölkung ist besonders über dem Osten und
Nordosten und Teilen der Mitte vorhanden. Regnen wird es kaum. Im Nordwesten
setzt sich wieder die Sonne durch, im Süden und Südwesten kommt nicht viel
Bewölkung an, meist scheint dort die Sonne.
Abgesehen von einigen kräftigen Böen aus Ost im südwestlichen Bergland, die aber
nicht warnwürdig sind, spielt der Wind keine Rolle und ist oft nur schwach
unterwegs.
Der Südwesten bleibt mild mit mehr als 15°C, vor allem im Norden und Osten gibt
es einen deutlichen Temperaturrückgang, in der einfließenden frischen Polarluft.
Ganz im Nordosten und an den Küsten, auch je nach Bewölkung mit teils
einstelligen Temperaturen.
In der Nacht zum Samstag lösen sich die Reste des Tiefausläufers über
Süddeutschland auf. Es bleiben Wolkenfelder im Süden, aber auch mehr oder
weniger dichte, oder hochnebelartige Bewölkung in den anderen Landesteilen.
Gebietsweise bildet sich Nebel, besonders im Norden. Wegen der unbestimmten
Bewölkung sieht die Temperaturverteilung ziemlich diffus aus. Bei größeren
Auflockerungen oder klarem Himmel gibt es leichten Frost. Wo das genau der Fall
sein wird, ist unklar. Über Südpolen nähert sich im Laufe der Nacht langsam ein
Kaltlufttropfen, mit dem wären im südöstlichen Mittelgebirgsraum ein paar
Regentropfen, oder, wenn es höher hinausgeht, auch Schneeflocken möglich.

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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Samstag ... liegt die Hochruckzone mit ihrer Achse knapp nördlich von
Deutschland, etwa von GB über Dänemark bis Russland. Die trockene östliche
Strömung und der Hochdruckeinfluss haben in weiten Teilen des Landes Bestand.

Lediglich im Südosten sorgt der Kaltlufttropfen, der nach Österreich zieht, für
Hebung und feuchtere Luft. Dort sind starke Bewölkung und leichte, teils
konvektive Niederschläge zu erwarten, bei einer Schneefallgrenze knapp unter
1000m. Die Niederschlagsmengen bleiben gering. Die mit dem KLT verbundene
Labilisierung ermöglicht vielleicht vereinzelt kurze Gewitter.

Im Westen und Norden scheint dagegen häufiger die Sonne. Während die
Temperaturen unter den Wolken und an den Küsten teilweise einstellig bleiben,
steigen sie im Südwesten wieder bis 16°C.

Mehr Details dazu in der Frühübersicht.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren ähnlich. Die Prognose des Kaltlufttropfens ist unsicher.



Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner