DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

16-03-2026 18:30
SXEU31 DWAV 161800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 16.03.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Zunehmender Hochdruck bringt Beruhigung

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... Der heute wetterbestimmende Höhentrog zieht nun allmählich ostwärts
raus, bleibt aber, abgebremst durch ein Hoch über Osteuropa, knapp östlich von
uns liegen. Ihm auf den Fersen ist ein Keil, der von Nordafrika bis zur Nordsee
reicht und sich langsam von Westen heran schiebt. Die Osthälfte verbleibt unter
kälterer Luft (-5 Grad in 850 hPa), während in die westlichen Regionen mildere
Luft (um 0 Grad in 850 hPa) strömt. Die Höhenströmung dreht von West auf Nord.
Vor allem im Norden und Osten strömt deutlich trockenere Luft ein. Im Süden
staut sich in nördlicher Strömung die feucht-kalte Luft an den Alpen, sodass der
am Abend aufkommende Schneefall auch die Nacht durch anhält, in den tiefsten
Lagen fällt Regen. Bis Dienstagfrüh können sich oberhalb von 800 m 5 bis 10, in
Staulagen vereinzelt auch bis 20 cm akkumulieren.
Auch im Westen wird die Luft in der Nacht schon wieder angefeuchtet. Eine zum
Tiefkonglomerat KATIE (zwischen Island, Schottland und Norwegen gelegen)
gehörende Warmfront zieht heran. Sie labilisiert die einströmende feucht-warme
Luft, was in etwas Regen oder Nieselregen resultiert. Mit der Milderung und
unter dichter Bewölkung ist Frost in den westlichen Regionen kein Thema. Nach
Osten hin klart der Himmel jedoch längere Zeit auf und es droht verbreitet
leichter Frost, bodennah ist gebietsweise auch mäßiger Frost möglich.

Dienstag ... kommt die Warmfront nur sehr langsam ostwärts voran. Der
Feuchtenachschub aus Norden lässt erst ab Mittag langsam nach. Bis dahin ist es
in der Westhälfte bewölkt mit etwas Regen oder Nieselregen. In die Osthälfte
strömt indes trocken-kalte Luft, was in meist sonnigem Wetter resultiert.
Ausnahme bildet der Alpenrand, an dem sich weiterhin Wolken und vor allem im
Ostteil auch noch Niederschläge stauen. Im Bergland fällt weiterhin Schnee, der
noch einmal 5 bis 10 cm erreichen kann. Der Trog östlich von Deutschland gerät
zunehmend in Bedrängnis und tropft schließlich ein Höhentief ab. Dieses
verlagert sich langsam südwärts und streift in der Nacht zum Mittwoch den
Südosten Deutschlands - Bewölkung inklusive, aber voraussichtlich
niederschlagsfrei. Mit dem abtropfendem und abziehenden Tief ist der Weg frei
für den Höhenrücken, der sich ausgehend von der Nordsee über Südskandinavien und
Dänemark in die Ostsee schiebt. Damit dreht die Strömung bei uns zunehmend auf
östliche Richtungen und wird somit trockener. Temperaturtechnisch ist es
frühlingshaft, wobei der Südosten unter dichtem Gewölk und mit etwas Regen oder
Schnee nur Maxima im einstelligen Bereich erwarten darf. Sonst werden meist 11
bis 15 Grad erreicht, mit Sonne im Westen auch leicht darüber.
Am Boden nimmt das Hochdruckgebiet LUKAS im Tagesverlauf Verbindung zum Hoch
über Russland auf und verlagert sich leicht ost-nordostwärts. Zeitgleich nimmt
der Druck über Westeuropa ab und der Gradient verstärkt sich. Die östliche
Strömung und der zunehmende Gradient sorgen am Dienstagabend und in der Nacht
zum Mittwoch für aufkommende Bise im Südwesten. Dabei sind im höheren Bergland
Sturmböen, auf Gipfeln auch schwere Sturmböen wahrscheinlich. In den Niederungen
kann es zu steifen Böen kommen.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... keine Änderungen zur Frühübersicht


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die Wetterlage einheitlich. Kleinere Unterschiede gibt es
bei der Lage des Höhentief ab Wochenmitte. ICON und IFS sehen dieses eher über
Süditalien - ohne Einfluss auf Deutschland, während GFS es über Norditalien
belässt.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jacqueline Kernn