Thema des Tages
11-03-2026 14:50
Wetter aktuell
Wetterumstellung ante portas!
Nach einem langen, trockenen und überwiegend sonnigen
Witterungsabschnitt ist die Wetterlage aktuell dabei, sich
grundlegend umzustellen und mehr von Tiefdruckeinfluss geprägt zu
sein. Welches Wetter uns dabei in den kommenden Tagen erwartet und
wie abwechslungsreich es wird, soll heute das Thema des Tages sein.
Während man heute in der Osthälfte Deutschlands noch eifrig Vitamin D
tanken kann, hat sich der Himmel im Westen schon ordentlich zugezogen
und es hat heute Vormittag angefangen, leicht zu regnen. Über der
östlichen Mitte kündigen ein paar Schauer ebenso die nahende
Umstellung an, wobei dies durch Schauer und einzelne Gewitter bereits
am gestrigen Dienstag erkennbar war. Diese Gewitter kann es am
heutigen Mittwoch auch über Bayern und dem Osten Baden-Württembergs
geben, da vorderseitig der heranziehenden Kaltfrontokklusion
(okkludierte Front mit Kaltfrontcharakter) noch ein Rest feuchterer
und labil geschichteter Luft liegt. Auch die Temperaturen zeugen von
einer deutlichen Umstellung, denn so liegen sie im Osten häufig noch
bei 17 bis 18 Grad, im Westen dagegen ist bei 11 bis 13 Grad meistens
Schluss. Böiger Südwestwind lässt das ganze nochmals etwas kühler
wirken.
In der Nacht überquert die Front unter stetiger Abschwächung dann
weite Teile des Landes und erreicht den Osten und Südosten, um sich
hier aber zusehends aufzulösen. An den Alpen kann es oberhalb von
1000-1200 m sogar wieder etwas schneien.
Ansonsten ist nach dem teils ungeständigen Mittwoch am morgigen
Donnerstag erstmal wieder Durchschnaufen angesagt. Mit einem Ableger
des umfangreichen Azorenhochs namens LUKAS herrscht landesweit
ruhiges, teils sonniges Wetter vor mit Temperaturen von 12 bis 14,
gelegentlich auch um 15 oder bis knapp 16 Grad. Der Wind spielt eine
nur untergeordnete Rolle.
Wie für ein Zwischenhoch aber so üblich hat auch das nicht lange
Bestand. Denn am Atlantik tut sich was, weil das umfangreiche Tief
FRITAUN Verstärkung von GINA bekommt, woraus sich ein großräumiges
Tiefdrucksystem entwickelt. Davon ausgehend greift eine langsam
ziehende, teils sogar wellende Kaltfront am Freitag wieder auf den
Westen/Nordwesten über und bringt Regenfälle, die mitunter etwas
kräftiger ausfallen können.
Aufgrund der trockenen Vorgeschichte ist der Regen mehr Segen als
Fluch für die Natur. Die Regenfälle liegen am Freitagmittag quer über
der Nordwesthälfte, um abends und nachts auch den Osten und Südosten
zu erreichen. Vorderseitig wird es einerseits nochmals mild mit bis
zu 18 Grad, andererseits weht aber auch ein böiger Süd- bis
Südwestwind. Rückseitig strömt dann Meereskaltluft ein, was die
Schneefallgrenze kurz vor dem Abklingen der Niederschläge wieder
herunterdrückt und Schneefall in einigen Gipfellagen der
Mittelgebirge ermöglicht.
Am Samstag geht das Wechselspiel munter weiter, denn wieder ist es
Zwischenhocheinfluss, der für meist ruhiges, wenn auch kühleres
Wetter sorgt bei Höchstwerten um 7 bis 12 Grad.
Und am Sonntag? Natürlich wieder die umgekehrte Welt mit einem
weiteren heranziehenden Frontensystem und neuen Niederschlägen von
Nordwesten her.
Kurz noch zum Trend für die neue Woche, der aber noch mit größeren
Unsicherheiten behaftet ist: Nach einem noch unbeständigen Montag
tendiert das Wetter ab Dienstag wieder mehr zu Hochdruck, womit eine
"Wetterrückstellung" bevorstehen könnte. Wie lange dieser anhält und
ob die Temperaturen an die der vergangenen Tage heranreichen, ist
noch mehr als ungewiss.
M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.03.2026
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