DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
05-03-2026 17:30
SXEU31 DWAV 051800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 05.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Der Schlagzeile der Frühübersicht ist nichts hinzuzufügen:
Fortdauer des frühlingshaften Hochdruckwetters (JANNIS) mit herbstlichen
Untertönen (Nebel), afrikanischen Ingredienzien (Saharastaub), ungewöhnlich
hohen Tagestemperaturen, aber auch kalten, teils frostigen Nächten.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland unter einem Höhenrücken, der sich in seinem
westlichen Bereich über Frankreich in der Nacht noch etwas kräftigen kann, so
dass eine wetterrelevante Veränderung im Geopotentialfeld nicht auszumachen ist.
Die Achse des Rückens verläuft weitgehend meridional über Deutschland und der
Rücken selbst hält die auf seiner West- und Ostflanke liegenden Tröge (ein
Trogresiduum über Nordwesteuropa und ein Langwellentrog über Osteuropa) auf
Distanz zum Vorhersageraum. Das mit dem Höhenrücken dynamisch verbundene
Bodenhoch JANNIS bewegt sich über Polen sehr zögerlich nach Osten, wer möchte
kann in das moderate Aufblähen der 1025er-Isobare auch einen minimalen Anstieg
des Druckmaximums hineininterpretieren. Höhenrücken und Hoch sorgen in der Nacht
für eine moderate, weitgehend südliche Anströmung sowie das Ausbleiben jedweder
Niederschläge - außer vielleicht Reif oder Tau. Ein mit dem nordwesteuropäischen
Trogresiduum in Verbindung stehende Tiefdruckrinne über Frankreich steuert
(mitsamt Saharastaub) ein paar hohe und mittelhohe Wolken in die Westhälfte,
über der Osthälfte ist es überwiegend klar. Nebel ist auch wieder ein Thema. Die
Regionen: Donau, vor allem obere Donau bis ins nördliche Alpenvorland respektive
zum Bodensee, dazu Nordhessen/-thüringen plus Peripherie. Dazu kommt vom Süden
bis zur Ostsee sowie in ungünstigen (und damit unterhalb einer Inversion um 950
hPa liegenden) Lagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge leichter Frost
um -3°C, in Sachsen und Brandenburg punktuell mäßiger Frost bis -6°C. Nach
Westen und Nordwesten hin, vielfach aber auch in höheren Lagen der Mittelgebirge
(die Inversion ist recht scharf ausgeprägt) bleibt es meist frostfrei, mit 9 bis
5°C für eine Anfang-März-Nacht sogar einigermaßen mild, wobei die höchsten Werte
im Nordwestlee der westlichen Mittelgebirge zu verzeichnen sein sollen.
Freitag ... hält das westwärtige Ausgreifen des Rückens an, auf 500 hPa
etabliert sich eine abgeschlossene 568-gpdam-Isohypse, die am Abend von
Norditalien bzw. der Adria über die Alpen hinweg bis nach Benelux reicht. An der
Nordflanke des Höhenhochs schleicht sich zwar ein kleiner Kurzwellentrog von
West nach Ost über die nördliche Mitte, aber die Modelle koppeln an diesen noch
nicht einmal nennenswerte Bewölkungssignale. Letztendlich sollen über der
Südwesthälfte und dem Norden öfters mal hohe Wolken am Himmel anzutreffen sein,
in den übrigen Regionen bleibt es wohl gering bewölkt oder wolkenlos, zudem soll
aber auch die Konzentration von Saharastaub von Südwesten her zunehmen. Gut
möglich also, dass die Sonne, die sich morgen nach Auflösung der obligaten
Nebelfelder (im Einzelfall dauert´s bis Mittag) landesweit (und damit auch in
den Gebieten mit hoher Bewölkung) zeigt, in Teilen einen etwas milchig-trüben
Eindruck am Himmel hinterlässt. Das könnte auch die Temperaturentwicklung etwas
hemmen, die nebenbei noch mit einem anderen kleinen Problemchen zu kämpfen hat.
Die Rinne über Westeuropa füllt sich auf, so dass der Gradient zum
quasistationären (oder allenfalls zögerlich ostwärts ziehenden) Hoch östlich von
uns aufweicht und der Ost-Südostwind etwas von seinem ohnehin nicht üppig
vorhandenen Schwung verliert. Dadurch fallen zunehmend die orografischen,
temperaturfördernden Überströmungseffekte weg. Trotzdem bietet die Numerik,
allen voran MOS, imposante Tageshöchsttemperaturen zwischen 14 und 19, im Westen
sogar von 20 oder 21°C an. An der See bleibt es mit 10 bis 14°C insgesamt
frischer. Gut möglich aber, dass auch sonst die apostrophierten Spitzenwerte an
der ein oder anderen Stelle nicht ganz erreicht werden (Stichwort: Saharastaub).
An der Tatsache eines in weiten Teilen außergewöhnlich milden Temperaturregimes
ändert das aber nichts.
Was auf alle Fälle erhalten bleibt, sind die großen Temperaturunterschiede
zwischen Tag und Nacht und - bezogen rein auf die Nacht - zwischen West und Ost.
So ist auch in der Nacht zum Samstag die Frostgefahr vom Süden bis an die Ostsee
erhöht, auch wenn die Temperatur bedingt durch die nach wie vor sehr flach
aufliegende Inversion sowie topographische Rahmenbedingungen mitnichten überall
ins Minus abrutscht. Punktuell sind aber durchaus nochmal -5°C drin und
besonders über trockenen Böden kann es auf bis zu -10°C abkühlen. Je weiter man
nach Westen kommt, desto seltener tritt Luft-, wohl aber weiterhin Bodenfrost
auf, am Nordwestrand von Rothaargebirge, Haarstrang oder Bergischem Land liegen
die Minima bei bis zu 9°C. Ansonsten gilt: Es ist weiterhin verbreitet gering
bewölkt oder klar, im Süden und in der Mitte tauchen einige Nebelfelder auf.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... und in der Nacht zum Sonntag spielen hoher Luftdruck und hohes
Geopotential weiterhin die erste Geige. Das bedeutet viel Sonne, kaum Wind und
kein Niederschlag. Ausnahme: der Norden. Dort zieht ein schwaches Frontensystem
mehr vorbei als herein, dieses bringt aber ein paar Wolken und eventuell lokal
auch ein paar Tropfen, am ehesten an der Grenze zu Dänemark, im Verlauf auch an
der Ostseeküste. Die MOS-Höchstwerte bewegen sich zumeist zwischen 15 und bis zu
21°C, an den Küsten ist es etwas kühler. Nachts liegen die Minima bei 8 bis -3°C
Wer mehr Details benötigt, ist mit den Informationen aus der Frühübersicht
aufgrund fehlender durchgreifender Modelländerungen auch aktuell noch gut
bedient.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Niederschläge im äußersten Norden am Samstag und in der Nacht zum Sonntag
stehen noch auf wackeligen Füßen. Dazu könnte der Saharastaub eine
Höchsttemperatur-Lotterie anstoßen. Aber grundsätzlich gilt: Die großräumigen
synoptischen Abläufe werden von den Modellen recht ähnlich vorhergesagt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas