Thema des Tages
19-02-2026 14:20
Wetter aktuell
Winter versus Vorfrühling
Mancherorts gibt es Traditionen und Bräuche, die den Winter
"vertreiben" sollen. Ein kurzer Abriss zu solchen Brauchtümern und ob
das Wetter in den kommenden Tagen weiterhin einen eher winterlichen
oder eher vorfrühlingshaften Charakter aufweist, ist im heutigen
Thema des Tages nachzulesen.
Am gestrigen Mittwoch gingen die närrischen Tage zu Ende und die
vierzigtägige Fastenzeit begann. Fasching, Fas(t)nacht oder Karneval
blickt regional auf eine lange Tradition zurück. Verschiedene Bräuche
dienten unter anderem der "Vertreibung" des Winters. Zum einen wurden
hierfür Masken getragen. Zum anderen erzeugte die Verwendung von
Schellen, Karbatschen oder Rätschen Lärm, was den Winter verschrecken
sollte. Diese lärmerzeugenden Gegenstände sind bekannte Beispiele für
Narrenattribute der schwäbisch-alemannischen Fasnet.
Eine weitere Tradition, den Winter zu vertreiben, ist beispielsweise
das "Funkenfeuer". Dies ist ebenfalls vor allem im
schwäbisch-alemannischen Raum bekannt. Traditionell wird am
Sonntagabend nach Aschermittwoch ("Funkensonntag") ein großer
Reisighaufen entzündet, auf dem eine Puppe aus Stroh befestigt ist,
die den Winter symbolisieren soll. In hügeligen oder bergigen
Gegenden gibt es auch die Methode, ein brennendes Rad ("Feuerrad")
einen Hügel oder Berg hinunterrollen zu lassen. Wiederum gibt es
Ortschaften, in denen die Dorfjugend von Haus zu Haus zieht. Dabei
trägt ein Kind ein Strohkleid, was den Winter symbolisieren soll. Ein
anderes Kind symbolisiert wiederum den Sommer, indem es ein Kleid aus
immergrünen Gewächsen trägt.
Alle Bräuche und Traditionen haben letztendlich gemein, dass der
Winter symbolisch vertrieben werden soll. Insbesondere in früherer
Zeit hoffte man auf ein gutes Frühjahr und einen schönen, langen
Sommer mit einer ertragreichen Ernte.
Zurück in die Gegenwart und hin zu der Frage, wie es beim Wetter in
den kommenden Tagen bis zum "Funkensonntag" aussieht?
Tiefdruckeinfluss sorgt weiterhin für wechselhaftes Wetter mit
reichlich Niederschlag. So konkurrieren am heutigen Donnerstag ein
Tief mit Kern über Nordfrankreich und eines mit Kern über Norditalien
um die Vorherrschaft über das Wettergeschehen in der Südwesthälfte
Deutschlands. Im Tagesverlauf verliert das nordfranzösische zu
Gunsten des norditalienischen Tiefs.
Die heute Mittag gebietsweise noch auftretenden Niederschläge werden
sukzessive weniger. Am Nachmittag und Abend setzen dann in weiten
Teilen Bayerns teils kräftige Schneefälle ein, die an den Alpen und
im Alpenvorland bis Freitagmorgen anhalten. Dabei kommt einiges an
Neuschnee zusammen: An den Alpen sind 20 bis 30 Zentimeter zu
erwarten, in den Staulagen liegen die Neuschneemengen um 40
Zentimeter. Ansonsten akkumulieren sich die Neuschneemengen auf 5 bis
15 Zentimeter.
Im Norden und Osten Deutschlands bemerkt man von alldem nichts. Bei
wechselnder Bewölkung kann die Sonne gebietsweise durchaus länger zum
Vorschein kommen. Die Höchsttemperatur liegt allerdings nur im
niedrigen einstelligen Bereich, gebietsweise tritt auch Dauerfrost
auf. Allgemein gilt, dass der Ostwind vorübergehend auffrischt und
jegliches Wettergeschehen bzw. selbst das ruhige Wetter in der
Nordosthälfte ungemütlich erscheinen lässt.
In der Nacht zum Freitag wird es dann in weiten Teilen Deutschlands
erneut frostig, nur im Westen und Südwesten bleibt es örtlich
frostfrei. Ansonsten liegt die Tiefsttemperatur bei Werten zwischen
-2 und -10 Grad, im Nordosten ist abermals strenger Frost um -12 Grad
zu erwarten.
Am morgigen Freitag lassen die Schneefälle an den Alpen allmählich
nach. Auch im Westen und Südwesten Deutschlands ist der Himmel
wolkenverhangen. Zudem ziehen von Westen leichte Regenfälle auf, die
im Tagesverlauf auch Teile der Mitte erfassen. In den restlichen
Landesteilen ist es bei schwachwindigen Verhältnissen heiter, teils
auch länger sonnig und trocken. Allerdings liegt die Höchsttemperatur
abermals im niedrigen einstelligen Bereich oder verharrt im leichten
Dauerfrostbereich.
In der Nacht zum Samstag kommen die Niederschläge weiter ostwärts
voran und gehen in den frostigen Regionen in gefrierenden Regen über.
Zunächst kann gebietsweise die Schneephase auftreten und auch die
aufgrund eines kräftigen Südwestwinds schnell nach Nordosten
vorankommende milde Luft sollte die Glatteislage etwas abmildern.
Dennoch sollte man Vorsicht walten lassen und seine Fahrweise den
örtlichen Bedingungen entsprechend anpassen.
Am Wochenende sind frostige Nächte kein Thema mehr und auch die
Höchsttemperaturen haben etwas Vorfrühlingshaftes an sich. Am Samstag
liegen diese bei meist 5 bis 10 Grad, im Westen und Südwesten auch
bis 13 Grad. Am Sonntag werden verbreitet Werte über der
10-Grad-Marke erreicht, am Oberrhein sind bis zu 16 Grad möglich, nur
im Nordosten verbleiben sie noch bei 7 bis 9 Grad. Die Sonne sucht
man aber meist vergeblich am Himmel und es regnet verbreitet,
zeitweise mitunter kräftig. Dazu weht ein strammer Südwest- bis
Westwind und verleiht dem Ganzen einen alles andere als
vorfrühlingshaften Charakter.
M.Sc. Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.02.2026
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