DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

29-01-2026 09:01
SXEU31 DWAV 290800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 29.01.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL heute nach SEz, Folgetage SEa
Heute vom Süden bis zur Mitte leichte Schneefälle, nachts Glätte. An exponierten
Küstenabschnitten zeitweise stürmisch. In den Folgetagen kaum Bewegung und
allgemein keine markanten Wettergefahren.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
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Donnerstag... treffen Vorhersageraum weiterhin zwei Schwergewichte aufeinander.
Da ist zum einen das blockierende Hochdruckgebiet über Nordeuropa, das bis weit
nach Russland reicht und große Teile von Nord- und Nordosteuropa mit
kontinentaler Kaltluft versorgt. Demgegenüber steht ein sehr aktiver Atlantik,
wo immer wieder kräftige Tiefdruckgebiete entstehen, die auf dem Weg nach Osten
am Hochdruckbollwerk abprallen und in den Mittelmeerraum abrutschen. Damit
sorgen sie in Teilen von West- und Südeuropa für unbeständiges Wetter mit
milderen Luftmassen und insbesondere im Mittelmeerraum auch für Unwetter.
Genau über Deutschland treffen diese Luftmassen aufeinander und sorgen heute wie
auch in den Folgetagen für einen großen Temperaturkontrast. Während es in der
Nordosthälfte heute vielfach dauerfrostig bleibt, können am Oberrhein
Höchstwerte bis +8 Grad erwartet werden.
Im Grenzbereich kommt es heute im Tagesverlauf zu länger andauernden
Niederschlägen, die in Richtung Südwesten teils als Schneeregen oder Regen
fallen, vom Süden (nur noch anfangs) bis in die mittleren Landesteile (ganztags)
jedoch als Schnee erwartet werden. Unterstützend wirkt dabei auch ein bis in den
zentralen Mittelmeerraum reichender Trog, der auch über Deutschland
Hebungsimpulse liefert. Die Schneefälle sind andauernd und vorübergehend auch
mal kräftiger, können aber nicht überall akkumulieren. Gerade in tiefen Lagen
sind Werte leicht über dem Gefrierpunkt zu erwarten, zudem steigen auch die
Belagstemperaturen im Tagesverlauf an. Die besten Chancen auf etwas Neuschnee
gibt es vornehmlich in Richtung der mittleren Landesteile, im Bereich der
kälteren Luft. So können tagsüber bevorzugt von Franken und Westfalen über Nord-
und Osthessen bis nach Thüringen, Westsachsen und das südliche Sachsen-Anhalt
wenige Zentimeter Neuschnee zusammenkommen (1 bis 5 cm). Gleiches gilt für das
Bergland. Vereinzelt sind etwas höhere Mengen in Staulagen nicht ausgeschlossen,
allgemein sollte es aber bei der genannten Größenordnung bleiben.
Ein Blick noch auf Schleswig-Holstein: Dort kommt es regional mit der östlichen
Strömung von der Ostsee wiederholt zu meist schwachen Schneeschauern. Größere
Mengen werden dabei nicht erwartet, zumal das Temperaturniveau zum Teil leicht
positiv ist. Regional kann es aber zumindest vorübergehend zu Glätte reichen.
Bleibt noch der Wind zu erwähnen, der allerdings nur im direkten Küstenumfeld
warnwürdig ausfällt. Dort kommt es zu Windböen aus Ost, zeitweise sind an
exponierten Abschnitten auch stürmische Böen möglich.
In der Nacht auf Freitag schwächen sich die Niederschläge ab und verlagern sich
etwas nach Nordosten. Dann schneit es vor allem noch von der Nordsee bis nach
Sachsen. Die Mengen sind aber überschaubar (1 bis örtlich 3 cm). Auch sonst kann
es gebietsweise glatt werden. Nicht der Fall ist dies im Nordosten (trocken),
während es im Westen und Südwesten insbesondere in den Ballungsregionen oft zu
warm ist. Dort werden die Beläge häufig im leicht positiven Bereich gerechnet.
Im Bergland und im äußersten Südwesten (Eifel bis Saarland) ist durch
Auflockerungen überfrierende Nässe wahrscheinlich.
Der Wind an der See bleibt lebhaft mit Windböen, exponiert vereinzelt auch
stürmischen Böen aus Ost.


Freitag... verbleiben die Feuchtereste zwischen Nordsee und Sachsen erhalten und
schiebt sich noch ein wenig nach Nordosten. Dort fällt weiterhin etwas Schnee,
es wird aber kaum nennenswerter Neuschneezuwachs erwartet.
Im Südwesten kann es vorübergehend Auflockerungen geben, am stärksten mit der
südlichen Strömung über Teilen von NRW (Lee von Sauer- und Siegerland). Dort
sind durchaus auch längere sonnige Abschnitte möglich. In der zweiten
Tageshälfte macht sich dann bereits der nächste kurzwellige Troganteil von
Frankreich her bemerkbar. So können neue Niederschläge am Nachmittag auf den
Südwesten übergreifen. Die genaue räumliche Verteilung und die Intensität werden
allerdings noch recht unterschiedlich vorhergesagt. In tiefen Lagen fällt
vornehmlich Regen, im höheren Bergland teils auch etwas Schnee.
Am stark böigen Ost- bis Südostwind, der exponiert zeitweise auch stürmisch sein
kann, ändert sich nichts. Im Norden und Nordosten bleibt es bei leichtem
Dauerfrost, im Südwesten werden am Oberrhein bis zu 7 Grad erwartet.
In der Nacht auf Samstag sorgt der kurzwellige Troganteil im Westen und
Südwesten für weitere Niederschläge, die bei positiven Werten vielfach
unkritisch sind und als Regen fallen. Im höheren Bergland können sich auch mal
Flocken unter den Regen mischen. Zudem kann der Regen in Hochlagen örtlich
gefrieren. Eine größere Glatteissituation oder nennenswerter Neuschnee wird von
keinem Vorhersagemodell prognostiziert. In tiefen Lagen bleibt es im Westen und
Südwesten ohnehin glättefrei. Im Rest des Landes gibt es leichten Frost bis -4
Grad. In den Bereichen mit trockener Luft ist allgemein nicht mit Glätte zu
rechnen. Gut möglich ist jedoch, dass in Schleswig-Holstein ein paar schwache
Schneeschauer von der Ostsee landeinwärts ziehen. Auch im Südosten kann es durch
gefrierenden Nebel oder Reifbildung lokal glatt werden.


Samstag... bleibt die Lage festgefahren. Die Feuchtereste des Kurzwellentroges
vom Vortag liegen weiterhin über dem Westen des Landes und sorgen noch für
geringe Niederschläge, die sich im Tagesverlauf aber weiter abschwächen. Im
höheren Bergland kann es noch ein paar Flocken geben, zum Teil kann dort vor
allem zu Tagesbeginn vereinzelt gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden.
Allgemein nimmt jedoch auch im Bergland die Glättegefahr im Tagesverlauf ab.
Sonnige Auflockerungen gibt es vor allem im Lee der Mittelgebirge, und auch von
Nordosten her gelangt trockenere Luft herein, sodass es dort im Tagesverlauf
sonnige Abschnitte geben kann. Mit der trockeneren Luft wird in dieser Region
jedoch auch ein Schwall kontinentaler Kaltluft herangeführt, sodass es im
Nordosten tagsüber nicht mehr wärmer wird und die Maxima teils bei -4 Grad
verbleiben. Gleichzeitig wird es im Südwesten und Westen milder als an den
Vortagen. Entlang des Rheins werden Maxima bis +8 Grad erwartet.
Erhalten bleibt auch der Wind an den Küsten, der aus Ost bis Südost weiterhin
stark böig weht, exponiert sind auch stürmische Böen möglich.
In der Nacht auf Sonntag gibt es keine wesentlichen Änderungen an der Situation.
Von Südwesten über den Westen bis zum Emsland fallen zeitweise geringe
Niederschläge, vornehmlich als Regen. Einzig in den Hochlagen der Berge kann es
auch mal glatt werden.
Auch sonst ist in den trockenen Gebieten allgemein nicht mit Frost zu rechnen,
da die Luft zu trocken ist. Ausnahmen bilden lokale Nebelgebiete im Südosten, wo
zudem in den Übergangsbereichen die Luft ausreichend feucht sein kann, um
Reifglätte zu verursachen.
Im Nordosten sind größere Auflockerungen möglich, sodass es dort mit Werten bis
nahe -10 Grad auch am kältesten wird. Gleichzeitig bleibt es im Westen und
Südwesten frostfrei bei +1 bis +4 Grad.
Der Wind lässt etwas nach, gebietsweise sind aber weiterhin Böen bis Bft 7
möglich.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle sind sich grundlegend einig. Unterschiede ergeben sich nur bezüglich
der Frage wie weit die Feuchtevorstöße aus Westen ostwärts vorankommen und wo es
wieviel Niederschlag gibt.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer