DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 17.04.2014 um 10.30 UTC



Nach kühler Anfangsphase von Osten her wieder wärmer mit zunehmender Schauer- und 
Gewitterneigung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 24.04.2014


Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am kommenden Sonntag zeigt die großräumige 
Potenzialverteilung einen schmalen Höhenrücken, der sich ausgehend von Westrussland bis 
nach Norwegen erstreckt. Südlich davon befindet sich eine ebenfalls zonal angelegte Zone 
niedrigen Potenzials, die vom nahen Ostatlantik über große Teile Mitteleuropas bis zum 
Schwarzen Meer reicht. Eingelagert sind zwei markante Drehzentren, von denen das eine um 
12 UTC über dem Ärmelkanal und das andere im Bereich Tschechien/Slowakei zu finden ist. 
Beide Höhentiefs haben den Charakter eines Kaltlufttropfens, allerdings bildet sich im 
Tagesverlauf über dem Ärmelkanal ein flaches Tief ab, das Bestandteil einer großräumigen 
Tiefdruckzone über West- und Südwesteuropa ist. Ihr gegenüber steht ein Hoch über 
Fennoskandien, auf dessen Südflanke niedertroposphärisch relativ warme Luft advehiert wird
(T850 um 6°C). Diese Luftmasse wird im Zuge des sich von Tschechien und der Slowakei 
nähernden Höhentiefs etwas labilisiert.

Am Montag verlagert sich das östliche der beiden Höhentiefs über den Vorhersageraum hinweg
in Richtung Benelux bzw. südwestliche Nordsee, wobei es zunehmend in den weiter westlich 
gelegenen Höhentiefkomplex integriert wird. Mit Verlagerung des Höhentiefs setzt sich die 
Labilisierung der Luftmasse fort, da die 850-hPa-Temperatur bei 5/6°C verharrt, während 
die 500-hPa-Temperatur auf -20 bis -25°C zurückgeht. Bei insgesamt schwachen 
Luftdruckgegensätzen südlich der inzwischen vom Europäischen Nordmeer bis nach Russland 
reichenden Bodenhochdruckzone deutet sich ein klassischer Tagesgang mit tagsüber 
auflebender konvektiver Aktivität an, wobei es aus heutiger Sicht schwer ist, eine 
detaillierte räumliche Verteilung zu prognostizieren.

Am Dienstag nähert sich vom mittleren Nordatlantik ein weit nach Süden ausgreifender 
Langwellentrog, der die beiden Höhentiefs in sein Zirkulationsmuster aufnimmt. Unter dem 
Strich bleibt ein nach Mitteleuropa gerichteter, zonal orientierter Anteil des LW-Troges 
erhalten, der aber zunehmend die Rolle eines Randtroges einnimmt. Tatsache ist, dass 
dieser "Trogfortsatz" mit einer zonal orientierten Tiefdruckrinne korreliert, die um 12 
UTC vom Balkan und dem Schwarzen Meer über den Vorhersageraum bis nach Irland reicht. Auch
wenn die Temperatur in 500 hPa etwas steigt, bleibt die Luftmasse labil geschichtet (vor 
allem im Osten leichter Anstieg in 850 hPa auf rund 7°C).

Ab Mittwoch beginnt das Potenzial allmählich zu steigen, was sich in einem vom Balkan 
nordwestwärts bis zum Nordmeer gerichteten Höhenrücken widerspiegelt. Deutschland liegt am
Rande dieses Rückens vorderseitig des sich über Westeuropa etablierenden Langwellentroges.
Zwar deutet sich im Bodendruckfeld ein zunehmender Einfluss des über Nordeuropa liegenden 
Hoch an, die Niederschlagsprognose des ECMF spricht aber eine andere Sprache. Sowohl am 
Mittwoch als auch am Donnerstag wird ein von Südost nach Nordwest verlaufender Streifen 
mit erhöhten Regenmengen simuliert, und auch für die übrigen Landesteile liegen, wenn auch
schwächere, Niederschlagssignale vor.

Für die erweiterte Mittelfrist ab Freitag deutet sich dann eine klassische 
"High-over-Low-Situation" an, wobei Deutschland zwischen das weiterhin über Nordeuropa 
liegende Hoch und tiefen Luftdruck über Südwesteuropa gelangt. Mit zunehmender östlicher 
Strömung gelangt relativ warme, nach Norden hin eher trockene, nach Süden hin feuchtere 
Luft zu uns.            
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der jüngsten ECMF-Modellläufe kann insgesamt als gut bezeichnet werden. So 
weicht auch die heutige 00-UTC-Version nicht signifikant von den Vorgängerlösungen ab, 
auch wenn es natürlich Unterschiede im Detail gibt. 
Als leicht problematisch erweist sich die Niederschlagsprognose, was bei einer 
Großwetterlage mit schwachen Potenzial- und Druckgradienten aber relativ normal ist. Dabei
fällt im Gegensatz zum gestrigen Lauf auf, dass auch der Nordosten immer mal wieder, zum 
Ende hin sogar eine ganze Menge Regen (teils gewittrig) abbekommen soll, was gestern nur 
sehr limitiert simuliert wurde. Ehrlich gesagt sollte man aber nicht zu sehr auf die 
Niederschlagsprognose des deterministischen Modells setzen, wahrscheinlich sieht die 
Verteilung beim nächsten Modelllauf schon wieder anders aus. 
Hinsichtlich der Temperaturverteilung sind die Abweichungen gegenüber den Vorläufen nur 
marginal.       

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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Beim Vergleich mit den etablierten Globalmodellen fällt auf, dass das großräumige 
Grundmuster ähnlich simuliert wird. So finden sich bei GME, GFS, GEM und auch UKMO die 
beiden erwähnten Höhentiefs ebenso wieder wie der hohe Luftdruck im Raum 
Nordmeer-Fennoskandien. Dass dabei keine hundertprozentige Kongruenz in den Basisfeldern 
zu erwarten ist, ist normal. Die gleiche Aussage trifft selbstverständlich auch auf die 
daraus resultierenden Niederschlagsprognosen zu, die freilich ein ziemlich heterogenes 
Bild zeigen.  
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen sowohl bei T850 als auch bei Pot500 einen überaus 
homogenen Verlauf. Nach der "Talsohle" am Karfreitag und anfangs auch noch am Karsamstag 
geht es sowohl bei der Temperatur als auch beim Potenzial nach oben. Die 
850-hPa-Temperatur pendelt sich ab Sonntag bei rund 6°C ein mit leichtem Trend nach oben 
in der erweiterten Mittelfrist. Nur wenige Lösungen scheren nach unten aus. Auffallend 
sind die täglich wiederkehrenden Niederschlagpeaks unterschiedlicher Intensität. 

Die homogenen Kurvenverläufe spiegeln sich auch in der Clusterung wider, die heute nur 
wenig Variabilität zu bieten hat. Sowohl für T+72...96h als auch für T+192...240h liegt nur 
ein einziges Cluster vor. Dabei deutet sich für die erweiterte Mittelfrist ein 
antizyklonales Szenario mit Schauer- und Gewitterneigung im Südwesten zum Ende hin.
Für den Zeitraum T+120...168h werden zwar zwei Cluster angeboten (30+Hl+Kl, 21 Fälle), die 
sich für unseren Raum aber nicht substanziell unterscheiden. Beide Lösungen zeigen im 
Grunde hohen Luftdruck über Nord- und tiefen Luftdruck über Südeuropa, wobei Deutschland 
einen Platz "zwischen den Stühlen" einnimmt. Die daraus resultierende östliche 
Grundströmung wird übrigens auch von der Mehrzahl der GFS-ENS-Mitglieder offeriert, der 
offensichtlich eine sehr ähnliche Druckverteilung zugrunde liegt (bei übrigens ebenfalls 
relativ homogenen Temperaturverlauf).

Fazit: Die Eintreffwahrscheinlichkeit für die in Abschnitt 1 geschilderte Entwicklung der 
Druck- und Potenzialverteilung ist - bei aller für mittelfristige Überlegungen gebotenen 
Vorsicht und mit der "Globalbrille" auf der Nase - relativ hoch. Gleichwohl weist die 
Detailprognose noch einige Fragezeichen auf, vor allem im Hinblick auf die 
Niederschlagsprognose.        
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Die EPS-Verfahren liefern keine nachhaltigen Hinweise auf signifikante 
Wettererscheinungen. Aus der beschriebenen synoptischen Situation lassen sich aber für die
kommende Woche insbesondere für die zweite Tageshälfte vermehr Schauer und Gewitter 
ableiten, die lokal begrenzt mit Starkregen, weniger mit Sturm einhergehen können.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, ECMF-EPS, Modelle
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Jens Hoffmann 
 

Quelle: DWD
Wetterzentrale | Top Karten