DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 03.09.2015 um 10.30 UTC



Bis zum Beginn der nächsten Woche wechselhaft mit Schauern und kühl, dann 
Wetterberuhigung mit mehr Sonnenschein und langsam wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 10.09.2015


Am Sonntag schwenk ein umfangreicher Höhentrog von Mitteleuropa langsam etwas 
weiter nach Osten zum östlichen Mitteleuropa. Das zugehörige Zentraltief zieht 
von der Ostsee zum Baltikum. Zwischen ihm und dem Hoch dicht westlich von Irland
strömt über die Nordsee frische Meeresluft nach Deutschland, wobei vor allem 
nach Norden hin ein kräftiger Gradient herrscht. Dabei sorgt im Tagesverlauf WLA
vorübergehend für starke Bewölkung.
Am Montag zieht das gesamte Trog-Keil Muster noch etwas nach Osten, wobei sich 
die Wettersituation kaum verändert. Lediglich im Nordosten könnten sich 
Föhneffekte von Skandinavien her bemerkbar machen.
Am Dienstag rückt das Hoch noch etwas näher, wobei die Strömung auf nördliche 
Richtungen dreht. Damit könnte etwas wärmere Luft von Südskandinavien her 
Norddeutschland erreichen. Ansonsten beeinflusst weiter die frische Luft das 
geschehen.
Am Mittwoch und Donnerstag dehnt sich das Hoch von der Nordsee her nach 
Skandinavien und Mitteleuropa hin aus. Dabei kann sich die Luftmasse vor allem 
im Süden und in der Mitte langsam erwärmen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der neue Lauf vom EZMW simuliert bis in die erweiterte Mittelfrist die 
Wetterentwicklung sehr ähnlich. 
Am Donnerstag ist statt einem Höhenkeil über Norwegen ein abgeschlossenes 
Höhenhoch im neuen Lauf zu sehen. Vorhersagetechnisch macht sich dieser 
Unterschied nicht bemerkbar. 
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Die anderen globalen Modelle simulieren die Wetterentwicklung meist recht 
ähnlich.
Lediglich das chinesische Modell zeigt für die erweiterte Mittelfrist ein 
blockierendes Hoch über Mittelnorwegen, so dass auf seiner Südseite von Osten 
zunächst ein Höhentrog, später sogar ein Kaltlufttropfen übergreift. Deutlich 
´schlechteres Wetter´ und niedrigere Temperaturen wären die Folge. 
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse kommt bis zum Tag 7 zu drei Clustern, die im Wesentlichen 
eine ähnliche Lage beschreiben. Danach nähert sich von Westen ein kräftiger 
Höhenrücken, der im Bereich Nordsee eine Tendenz zur Abschnürung zeigt 
(abgeschlossenes Hoch). Damit ist ab Montag/Dienstag mit einer langsamen 
Wetterberuhigung von Westen her zu rechnen.
In der erweiterten Mittelfrist gibt es 6 Cluster, die zum Teil den 
Hochdruckeinfluss bei uns fortsätzen. Teilweise greifen Fronten zumindest auf 
den Westen und Südwesten über, wobei von Südwesten dann wärmere Luft zu uns 
strömen würde.
Die Temperatur erreicht in den EPS-Meteogrammen am Sonntag einen Tiefpunkt bei 
häufig unter 15 Grad. In der neuen Woche erholen sich die Temperaturen wieder 
und liegen ab Donnerstag/Freitag bei 18 bis 23 Grad, wobei Sonnenschein am 
Donnerstag am wahrscheinlichsten ist.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Vor allem am Samstag und Sonntag ist die Wahrscheinlichkeit von Sturmböen nach 
CosmoLEPS an der Küste und auf exponierten Bergen erhöht. Am Montag nimmt die 
Wahrscheinlichkeit wieder ab.
Auch ist die Wahrscheinlichkeit von Dauerregen bis Sonntagfrüh im Alpenraum 
leicht erhöht.
Ab Dienstag herrscht wahrscheinlich ruhiges Wetter ohne signifikante 
Wettererscheinungen. 
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, operationelle Modelle.
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Olaf Pels Leusden 
 

Quelle: DWD
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