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DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 24.05.2013 um 10.30 UTC
Zunächst TM (Tief Mitteleuropa), in der nächsten Woche weiterhin zyklonal, aber nicht mehr
ganz so kühl.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 31.05.2013
Der erste flüchtige Blick auf die Prognosekarten des aktuellen 00-UTC-Lauf vom ECMF zeigt
gleich mehrere Dinge:
In der kommenden Woche bleibt die Witterung zyklonal geprägt.
Es wird aber etwas wärmer als gestern noch angenommen, was einem einen Uraltkalauer der
Meteorologie auf die Zunge legt ("Der Regen wird wärmer.")
Auf dem berühmten "Blatt 4" (Insiderbegriff für den Vorhersagezeitraum T+180...240h) ist
über Mitteleuropa doch tatsächlich der Aufbau eines Höhenrückens erkennbar - ja gibt´s das
noch...
Zunächst mal startet die mittelfristige Entwicklung am kommenden Montag aber mit einem
Höhentief, das sich relativ schleppend gen Polen verlagert, um von dort am Dienstag zur
Ostsee zu ziehen. Letztlich wird es vom Zirkulationssystem eines veritablen
Langwellentroges über West-Nordwesteuropa eingefangen und auf dessen Vorderseite als
Randtrog nordwärts transportiert.
Der Abzug dieses Tiefs bedeutet aber nicht, dass sich das Blatt nun in Richtung
"antizyklonal" wendet. Zwar zeigt sich am Dienstag ein schwacher Höhenrücken über dem
Vorhersageraum, dessen Wetterwirksamkeit sich aber im überschaubaren Rahmen hält.
Interessanter ist da schon die Tatsache, das auf der Vorderseite des westeuropäischen
Troges bzw. der korrespondierenden Tiefdruckrinne ein Schwall mediterraner Warmluft
angezapft wird, die relativ weit nach Norden advehiert wird (die 5°C-Isotherme erreicht
Mittwoch 00 UTC die Nord- und Ostsee, im Süden und Südosten zeigt sich die
10°C-Isotherme).
Von Westen her nähert sich bereits am Dienstag von Westen her eine Kaltfront, die dem
Höhentrog vorgeschaltet ist. Da der Trog nun aber nach Süden Richtung Iberische Halbinsel
und zum Mittwoch dann zum westlichen Mittelmeer hin austrogt, fehlt es der Kaltfront an
Progression. Das heißt, es bilden sich Wellen oder auch ein Teiltief an der Front, so dass
diese den Vorhersageraum gar nicht komplett überquert.
Am Donnerstag tropft der Höhentrog schließlich aus und das resultierende Höhentief zieht
ostwärts über den Mittelmeerraum hinweg in Richtung Balkan. Dabei fällt der Luftdruck im
Süden und Südosten Europas, was in unserem Raum eine östliche bis nördliche Grundströmung
zur Folge hat. Damit werden - wie man das in erster Nährung vermuten könnte - nun aber
nicht etwa kühle Luftmassen herangeführt, sondern es wird modifizierte Warmluft advehiert,
die in großem Bogen vom östlichen Mittelmeer über die Schwarzmeerregion und das östliche
Mitteleuropa bis zu uns gelangt. Da diese Luft feucht und wahrscheinlich auch labil
geschichtet ist, erhöht sich bei nach wie vor zyklonalem Umfeld die
Gewitterwahrscheinlichkeit. Die südlichen Landesteile werden zudem noch von den
Hebungsprozessen des Höhentiefs südlich der Alpen erfasst, so dass es dort zu ergiebigen
Regenfällen kommen kann.
Im Laufe des Wochenendes - wir befinden uns jetzt schon mitten im erweiterten
Mittelfristzeitraum - steigt das Potenzial von Südwesten her leicht an und nimmt
Verbindung mit einem bereits vorher schon über Nordeuropa positionierten Höhenhoch auf.
Die Folge ist ein schwacher Höhenrücken über Mitteleuropa, der allerdings schon wieder von
einem neuerlichen Trog über Westeuropa "bedrängt" wird. Aber wie heißt es doch so schön:
"Die Hoffnung stirbt zuletzt."
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle 00-UTC-Lauf des ECMF zeigt gegenüber dem gestrigen 00-UTC-Lauf gewisse
Unterschiede. Das ändert zunächst mal aber nichts an der Grundaussage, dass auch die
kommende Woche zyklonal beeinflusst ist und das unbeständige Wetter andauert.
Gleichwohl zeigt das Gesamtmuster des Strömungsregimes eine Änderung gegenüber gestern,
indem der Trog bzw. das Höhentief über Westeuropa in der heutigen Version weiter westlich
austrogt, schließlich sogar austropft, um nach Wochenmitte als eigenständiges Höhentief
über den Mittelmeerraum nach Osten zu ziehen. Für die Wetterentwicklung im Vorhersageraum
hätte diese Version folgende Konsequenzen:
Die gestern noch angenommene Kaltfrontpassage von Dienstag zu Mittwoch verzögert sich bzw.
erfolgt nicht komplett, da die Front durch Wellenbildung sowie durch die auf östliche
Richtungen drehende Strömung zurückgehalten wird.
Das Temperaturniveau ist insgesamt etwas höher, da die wärmere Luft, die am Dienstag von
Süden advehiert wird, nicht gleich wieder verdrängt wird bzw. von Osten her sogar neue
Warmluft angezapft wird.
Der Niederschlagsschwerpunkt verlagert sich in der zweiten Wochenhälfte mehr in den Süden
des Landes, wo es z.T. kräftig regnen kann. Darüber hinaus nimmt die
Gewitterwahrscheinlichkeit allgemein zu.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Offensichtlich tun sich die Modelle schwer, die Entwicklung des westeuropäischen Troges
genau zu prognostizieren. So wurde die oben beschriebene Version vor Tagen in ähnlicher
Facon schon mal vom kanadischen GEM gerechnet, um es einen Tag später wieder zu verwerfen.
Aktuell sieht die Situation so aus, dass z.B. GME den Höhentrog bzw. das Höhentief
westlich von uns belässt (ohne Cut-Off). Am Boden befinden wir uns danach in einem mit
feucht-milder Luft gefüllten "Tiefdrucksumpf", in dem es wiederholt zu meist konvektiv
geprägten Niederschlägen und Gewittern kommt.
GFS kommt dem ECMF-Szenario ziemlich nahe, wenn auch auf etwas niedrigerem
Temperaturniveau. Am Wochenende erfolgt der Aufbau des Höhenkeils bzw. einer
Hochdruckbrücke weiter westlich, während bei uns die Zufuhr feuchtwarmer und labil
geschichteter Luft von Osten bzw. Nordosten andauert. "Hoffnungsträger" für maigeplagte
ZeitgenossInnen könnte das kanadische GEM werden, dass - allerdings erst im
"Glaskugelbereich" - eine substanzielle Hochdruckbrücke über Mitteleuropa respektive
Deutschland simuliert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahne von Offenbach zeigt bis Dienstag einen stetigen Temperatur- und
Potenzialanstieg ohne großen Spread. Trotz Potenzialgewinn zeigen sich aber zwei markante
Niederschlagspeaks am Sonntag und - etwas abgeschwächt - am Montag. Zum Mittwoch hin
erfolgt ein Rückgang der Temperatur in 850 hPa, was darauf hindeutet, dass die Kaltfront
zumindest das Rgein-Main-Gebiet erreicht bzw. passiert. Interessant ist dann der weitere
Verlauf, wenn nämlich bei allgemein zunehmender Streuung der deterministische Lauf am
Donnerstag merklich nach oben schnellt, um dann am oberen warmen Rand des Ensemblepools zu
verlaufen. Der Kontrolllauf folgt einen Tag später, während der größte Teil der
Ensemblemitglieder einen kontinuierlich moderaten Anstieg von Mittwoch bis zum Wochenende
zeigt. Die Tatsache, dass auch die Potenzialkurve des Hauptlaufs am oberen Rand der
Kurvenschar verläuft, spricht dafür, dass es sich nicht um die wahrscheinlichste Lösung
handelt.
Das wird auch dadurch verdeutlicht, indem der Hauptlauf nur Cluster 2 (17 Fälle) der
120-168-stündigen Clusterung zugeordnet wird. Cluster 1 (23 Fälle) ähnelt eher der
GME-Lösung, während Cluster 3 (11 Fälle) eine schwer einzuordnende Zwischenlösung der
beiden Fälle bringt.
Fakt ist, dass für den Zeitraum T+192...240h nur ein einziges Cluster vorliegt, das etwa
eine südliche Westlage und zum Ende hin einen Hochkeil westlich von uns zeigt.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Wochenende steigt die Wahrscheinlichkeit für länger andauernde Regenfälle. Dabei sind
gebietsweise auch Unwetter möglich (>50mm/24h), allerdings zeigen sich die Modelle nicht
einheitlich und auch nicht konsistent. ECMF-EPS sieht den Schwerpunkt zwischen Erzgebirge
und Ostsee. Ansonsten verdichten sich die Anzeichen dafür, dass im Laufe der kommenden
Woche immer mal wieder Gewitter auftreten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMF-EPS mit MOS-Mix und operationelle Modelle.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann
Quelle: DWD |
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