DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 03.05.2015 um 10.30 UTC



Zeitweise Niederschläge, einzelne Gewitter möglich. Insgesamt mäßig warm. 
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 10.05.2015


Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am Mittwoch befindet sich 
Deutschland auf der Vorderseite eines Troges, der vom Nordmeer etwa zur Biskaya 
reicht und bei Schottland ein abgeschlossenes Höhentief aufweist. 
Korrespondierend dazu befindet sich am Boden ein Tief mit Kern über Schottland. 
Die zugehörige Kaltfront hat Deutschland weitgehend überquert und die zuvor noch
über Deutschland liegende warme Luftmasse nach Osten abgedrängt. Die über dem 
Süden Deutschlands zurückhängende Kaltfront bringt dort zunächst noch 
Niederschläge. Sonst sorgt Zwischenhocheinfluss für eine Wetterberuhigung, bevor
sich vor allem am Nachmittag mit Übergreifen des Höhentroges in der 
eingeflossenen kühleren Luftmasse (T in 850 hPa um 3 Grad) Schauer und einzelne 
Gewitter bilden. 

Am Donnerstag schwenkt der Höhentrog über Deutschland hinweg. Im Süden macht 
sich bereits der Einfluss eines von Westen herannahenden Rückens bemerkbar, der 
ein Bodenhoch über Frankreich und Süddeutschland stützt. Höhenrücken und 
Bodenhoch wandern im Laufe des Freitags ostwärts über Deutschland hinweg und 
sorgen für ruhiges Wetter. 

In der Nacht zum Samstag und am Samstag nähert sich von Frankreich ein flacher 
Randtrog, welcher im weiteren Verlauf über dem Südosten Frankreichs und der 
Schweiz abtropft und schließlich am Sonntag unter Abschwächung Richtung 
westliches Mittelmeer zieht. Ein dadurch induziertes Bodentief greift mit seinem
Niederschlagsgebiet am Samstag auf die Mitte und den Süden Deutschlands über. 
Auf dessen Vorderseite gelangt vor allem in den Süden vorübergehend ein Schwall 
deutlich wärmerer Luft. Währenddessen gelangt Westeuropa erneut unter einen 
markanten Höhenrücken, dessen Einfluss sich am Sonntag auch auf Deutschland 
ausweitet. Somit sorgt Druckanstieg für eine rasche Abschwächung und Auflösung 
des Bodentiefs.  

In der erweiterten Mittelfrist bleibt der Höhenrücken unter leichter 
Ostverlagerung zunächst wetterbestimmend bevor im Laufe des Dienstags ein neues 
Frontensystem auf Deutschland übergreift.  
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zunächst kann die Konsistenz des neuen 00 UTC Laufs des EZMW als sehr gut 
bezeichnet werden, so dass das gestrige Vorhersagekonzept weitgehend beibehalten
werden kann. Ab Freitag lässt die Konsistenz deutlich nach, wobei der heutige 00
UTC Lauf zunächst noch weitgehend dem gestrigen 12 UTC Lauf folgt. Ab Sonntag 
laufen auch diese beiden Läufe etwas auseinander. Allerdings bestehen die 
Unterschiede weitgehend im zeitlichen Ablauf, so dass eine grundsätzliche 
Umstellung der Wetterlage auch nach den neuesten Läufen nicht zu erwarten ist 
und das überwiegend zyklonal geprägte Wetter erhalten bleibt. 
So schwächt sich beispielsweise der Trogeinfluss am Freitag deutlich rascher ab,
als gestern noch prognostiziert. Der am Samstag nachfolgende Randtrog wird von 
den Modellläufen recht ähnlich gesehen. Am Sonntag erfolgt die erneute 
Wetterberuhigung nach dem gestrigen 12 UTC und dem heutigen 00 UTC Lauf wiederum
schneller als nach dem gestrigen 00 UTC Lauf. 

__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Ähnlich zur Konsistenzbetrachtung werden auch hier die Unterschiede zwischen den
betrachteten Globalmodellen ab Freitag größer. Erwähnenswert ist insbesondere 
der am Samstag von EZMW prognostizierte Randtrog. Dieser zieht nach ICON als 
Kurzwellentrog bereits in der Nacht zum Samstag über uns hinweg und induziert am
Boden keine Zyklogenese. Nach GFS verbleibt der Randtrog mit einem umfangreichen
Bodentief deutlich weiter nördlich und zieht als solcher erst in der Nacht zum 
Sonntag über uns hinweg. Dies äußert sich entsprechend in der 
Niederschlagsentwicklung, die nach ICON am schwächsten ausgeprägt ist und nach 
GFS vor allem den Norden betrifft. EZMW liefert somit eine Zwischenlösung.   
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Der Verlauf der Temperatur in 850 hPa der Offenbacher Rauchfahne zeigt zunächst 
den markanten Temperaturrückgang von Dienstag auf Mittwoch und verharrt 
schließlich bei sehr geringem Spread zwischen 0 und 5 Grad. Am Freitag bzw. in 
der Nacht zum Samstag ist mit Annäherung des Troges ein leichter Anstieg zu 
erkennen. Dies deutet sich auch in den Niederschlagssignalen an, die vor allem 
am Samstag vorhanden sind. Der Niederschlagspeak des Haupt- und Kontrolllaufs 
ist etwa am Samstagvormittag zu erkennen. Dort ist auch das Minimum des 
Geopotentials in 500 hPa. Gleiches gilt im Prinzip für die Mehrheit der Ensemble
Member, allerdings teilt sich das Ensemble im weiteren Verlauf des Samstags in 
einen wieder ansteigenden Ast und einen weiter abfallenden Ast des Geopotentials
ein. Somit liegt auch die GFS Lösung als langsamste Lösung noch innerhalb des 
Ensembles, während die früheste Lösung nach ICON aufgrund des Ensembles und des 
Ensemble Mittels weitegehend ausgeschlossen werden kann. Somit wird MOS-MIX 
nicht als Basis für die Mittelfristvorhersage verwendet. 

Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum 72 bis 96 Stunden ein Cluster, 
für den Zeitraum 120 bis 168 Stunden sind drei Cluster vorhanden. Der 
Deterministische Lauf und der Kontrolllauf befinden sich in Cluster 1, der mit 
26 Membern die höchste Population aufweist. Cluster 2 zeigt ein langsameres 
Übergreifen des Troges und wird immerhin noch von 17 Membern repräsentiert. 
Dahingegen beinhaltet der dritte Cluster, der zeitlich die gleiche Entwicklung 
wie EZMW mit einem schwächer ausgeprägten Trog zeigt, nur 8 Member. Insofern 
spricht auch die Clusterung für eine Mischung aus EZMW und GFS.   
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Mittwoch sind in der eingeflossenen kühleren Luftmasse im Nordwesten und 
Westen einzelne Gewitter mit stürmischen Böen möglich. Nach EZMW-EPS sind dort 
auch abseits von Gewittern aufgrund einer leichten Gradientzunahme im 
Zusammenhang mit dem Tief mit Kern über Schottland einzelne stürmische Böen 
nicht ausgeschlossen. EFI zeigt für den Westen und Nordwesten erhöhte 
Signifikanzen für Windböen. 
Am Freitag und Samstag sind vor allem in der Südhälfte einzelne Gewitter mit 
Starkregen möglich. 
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-EZMW, EZMW-EPS
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Johanna Anger 
 

Quelle: DWD
Wetterzentrale | Top Karten