DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 23.10.2014 um 10.30 UTC



Ruhiges und eher mildes Herbstwetter. SWa bis Dienstag. 
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 30.10.2014


Am Sonntag hat sich über Grönland bis zum Europäischen Nordmeer aus ein 
veritabler Langwellentrog etabliert. Am Boden befindet sich korrespondierend zu 
einem abgeschlossenen Höhentief, südlich von Island, ein komplexes 
Tiefdrucksystem. Dessen Tiefausläufer befindet sich Sonntag 00UTC diagonal über 
Deutschland. Die Kaltfront gerät aber unter Absinken und wird von einem 
kräftigen Hoch über Osteuropa blockiert. 

Die generelle Frontalzone hält sich aber mit einer fast zonalen Strömung über 
Nordeuropa. In Deutschland wird es dabei wieder recht mild mit 850 hPa 
Temperaturen am Dienstag bis zu +10 Grad. Niederschläge werden nach der 
Kaltfrontpassage am Sonntag indes bis Dienstag nicht simuliert. Nur im äußersten
Norden könnte sich stärkere Bewölkung halten, aus der auch ein paar Tropfen 
fallen.
	
Die Wetterlage SWa hält sich etwa bis Dienstag. 

Zum Mittwoch hin wölbt sich von den Azoren, mit der Entwicklung eines neuen 
Tiefdrucksystems bei Labrador, ein Hochrücken auf. Somit erfährt die Frontalzone
eine zunehmende Nordkomponente. Der Langwellentrog trogt dabei quasi über UK 
nach Spanien aus. Während der nördliche Anteil relativ rasch über Nordeuropa 
nach Osten abzieht, wird das Vorankommen der südwestlichen Komponente durch ein 
Höhetiefkomplex über dem Mittelmeerraum blockiert. 

Am Donnerstag greift zwar der dazugehörige, schwache Tiefausläufer auf den 
Norden Deutschland über. Dieser gelangt aber zunehmend in den Einflussbereich 
des nach Nordosten kippenden Hochrückens. Hinter der Kaltfront fliesen aber 
kurzzeitig etwas kühlere Luftmassen (um 5 Grad in 850 hPa) ein. Der ehemalige 
Langwellentrog füllt sich langsam auf. Donnerstag 12 UTC ist über der Iberischen
Halbinsel nur noch ein schwaches Höhentief zuerkennen. 

Der Hochrücken soll sich über Mitteleuropa im erweiterten Mittelfristbereich 
verstärken. Jedoch kommt es an dessen Nordostflanke zu Warmluftadvektion. 
Insgesamt stellt sich also eher ruhiges und mildes Herbstwetter ein.  
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis einschließlich Dienstag ist die Konsistenz der Vorläufe mit dem aktuellen 
Lauf des ECMWFs recht gut. Ab Mittwoch ergeben sich teils gewaltige Unterschiede
bei der Prognose. 

Im aktuellen Lauf bleibt Deutschland im Einflussbereich eines Hochrückrückens, 
während im gestrigen 12 UTC Lauf ein Randtrog über Deutschland hinwegschwenken 
sollte. 
Nach dem aktuellen EZ Lauf bleibt es bis zum nächsten Wochenende recht mild. 

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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Erst ab Mittwoch sind nennenswerte Unterschiede zwischen den betrachteten 
Globalmodellen erkennbar. So wird die Zyklogenese bei Labrador etwas schneller 
beim GFS und GME gerechnet. 

Das Temperaturniveau über Deutschland simulieren aber die Modelle ähnlich. 
Markante Wetterereignisse werden ebenfalls von keinem Globalmodell simuliert. 
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


ECMWF-Plumes
Bis einschließlich Dienstag ist der Spread relativ eng. Der Operationelle und 
auch der Kontrolllauf befinden sich dabei bis nächsten Freitag im Ensemblemean. 
Die Mehrheit der Member simulieren auch über Mittwoch hinaus eine eher milde 
Wetterlage mit relativ hohem Potenzial. Es gibt aber einige wenige Member die 
anscheinend ein Übergreifen eines Troges mit rückseitiger Kaltluftzufuhr 
simulieren. So gibt es Lösungen, die für Offenbach die -3 Grad in 850 hPa 
bereits am Mittwoch simulieren.

Die Verteilung beim ENS vom GFS ist der vom ECMWF recht ähnlich.

Clusteranalyse

Im Zeitbereich 120 - 168 h gibt es 5 Cluster. Der Hauptlauf befindet sich mit 
insgesamt 9 Member in Cluster 4. Unterscheide zwischen den Clustern gibt es vor 
allem bei der Ausprägung der Randtröge. Cluster 4 simuliert z.B. das Aufwölben 
des Hochrückens am stärksten. Die nördliche Frontalzone hingegen ist in allen 
Clustern zu finden.

Der scheinbar kälteste Cluster ist Cluster 5 (8 Member). Dort wird über 
Mitteleuropa ein Langwellentrog simuliert und das Hoch über Nordosteuropa. Also 
quasi komplett konträr zu der eher "warmen" Lösung vom Hauptlauf.

Aktuell sieht es eher danach aus, dass die kommende Woche eher mild den kühl 
wird. 
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


An der Küste muss immer mal wieder mit stärkeren Böen gerechnet werden. 
Ansonsten gibt es nur Signale für eine eher milde und ruhige Herbstwoche. 

Auch der EFI weißt für Deutschland keine Auffälligkeiten auf.  
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZ, EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Christina Speicher 
 

Quelle: DWD
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