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DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 16.05.2012 um 10.30 UTC Ab dem Wochenende zunehmend feuchtwarm mit teils heftigen Gewittern. Zu Wochenbeginn Vb-Tief mit ergiebigen Dauerniederschlägen möglich. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 23.05.2012 Zunächst liegt Deutschland an der Vorderseite eines Troges, der sich vom Nordmeer bis in die äußere Biskaya erstreckt. Mit einer südwestlichen, zunächst antizyklonalen Strömung gelangt zusehends wärmere, aber auch labiler geschichtete Luft nach Deutschland. Im 850 hPa-Niveau steigt dabei im Süden und auch in der Mitte Deutschlands die Temperatur auf deutlich über 10 Grad an. Im Laufe des Sonntags tropft der Trog zur Biskaya aus. Die Strömung steilt hierdurch auf, dreht auf Süd und wird zusehends zyklonal. Über Süddeutschland dürfte sich dabei ein flaches Tief ausbilden, das sich allmählich nach Norden ausweitet. Konvergente Strukturen im Bereich dieses Tiefs können zu teils heftigen Gewittern führen, wobei Unwettergefahr besteht. Zu Wochenbeginn verlagert sich das Höhentief (das wahrscheinlich eine dipolartige Struktur annimmt) von der Biskaya zu den Westalpen, wobei dann einer der Kerne nach Nordosten, d.h. nach Deutschland und der andere nach Oberitalien driftet. Mit der Verlagerung des "nördlichen" Kerns über die Alpen wird eine Zyklogenese in Gang gesetzt. Das resultierende Tief wird bis Mittwoch auf Vb-artiger Zugbahn nach Nordwestpolen gesteuert. An dessen Westflanke werden über den östlichen Teilen Deutschlands Dauerniederschläge bis weit in den Unwetterbereich hinein simuliert. An der Rückseite dieses Tiefs erfolgt in den westlichen und südlichen Teilen Deutschlands vor allem niedertroposphärisch wieder ein markanter Temperaturrückgang, wobei die Temperatur im 850 hPa-Niveau nochmals auf Werte um oder etwas unter 0 Grad sinken kann. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum setzt sich von Westen und Südwesten her Hochdruckeinfluss durch, was mit einer deutlichen Erwärmung einher gehen dürfte. Die Niederschläge im Osten lassen wahrscheinlich am Donnerstag nach, so dass dann dort auch Wetterbesserung einsetzen dürfte. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis einschließlich Montag ist der aktuelle Lauf gegenüber den Vorläufen weitgehend konsistent. Es deutet sich jedoch eine allmählichere Zunahme der Zyklonalität am Wochenende an. Danach rechnet der aktuellste Lauf deutlich zyklonaler. Die beiden vorherigen Läufe haben das Hoch über Skandinavien dominanter gezeigt bzw. beließen das (dipolartíge) Höhentief über (Süd)-Westeuropa bzw. südlich der Alpen. Somit ist auch die oben beschriebene Möglichkeit einer Vb-artigen Entwicklung eine Idee des aktuellsten Laufes. Dies trifft auch auf den Temperaturrückgang in den westlichen und südwestlichen Gebieten Deutschlands zu. An dieser Stelle sei aber betont, dass die Entwicklung noch sehr unsicher ist. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum ist keine Konsistenz mehr vorhanden. Selbst die Lage der großräumigen Strukturen variiert von Lauf zu Lauf. Zumindest deutet sich anzizyklonaler Einfluss mit wieder ansteigenden Temperaturen an. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die vorliegenden Modelle zeigen bis Mitte kommender Woche eine weitgehend ähnliche synoptische Entwicklung. Unterschiede hinsichtlich der großräumigen Strukturen lassen sich nicht ableiten bzw. haben keinen signifikanten Einfluss auf die Prognose. Im Detail ergeben sich jedoch einige Differenzen. So liefert EGRR bereits für Montag ein kräftiges Tief mit einem Kerndruck von weniger als 1000 hPa, das über die Mitte Deutschlands hinweg nach Norden gesteuert werden soll. Nach EZMW, GME und GFS ist dieses Tief flacher. Die oben angesprochene Vb-artige Entwicklung ist auch bei GME zu finden (mit einem deutlich kräftigeren Tief als bei EZMW). GFS sieht dieses Tief deutlich weiter im Westen. Die Modelle des australischen und des kanadischen Wetterdienstes zeigen dieses Vb-artige Tief schwächer. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum stellt sich auch nach diesen beiden Modellen wie nach EZMW und GFS antizyklonaler Einfluss mit steigenden Temperaturen ein. Wie dies erfolgt ist noch unsicher. Nach EZMW soll es von Süden und Südwesten her, nach GFS von Nordosten her wärmer werden. Vom australischen Modell wird der Temperaturanstieg deutlich verzögert. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Das EPS des GFS weist bis einschließlich 4. Folgetag nur einen geringen Spread auf. Dabei sind von Sonntag bis Mittwoch deutliche Niederschlagssignale zu sehen, die weiter im Westen stärker ausgeprägt sind als im Osten. Dies würde die These des deterministischen Laufs des GFS einer Tiefdruckentwicklung weiter im Westen stützen. Danach kommen nur Einzellösungen der 0 Grad-Isotherme im 850 hPa-Niveau nahe, d.h. der Temperaturrückgang nach Wochenmitte sollte nicht so heftig ausfallen wie beim deterministischen Lauf des EZMW. Die Einzellösungen des EPS des GFS werden in 4 Cluster unterteilt, wobei alle Cluster zwar leicht antizyklonalen Einfluss, aber weiterhin leicht unbeständiges Wetter zeigen. Dabei soll der Hochdruckeinfluss nach 2 Clustern, die 6 Einzellösungen beinhalten, ausgangs des erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraumes mit einer südwestlichen Strömung bereits wieder zu Ende gehen. Die Clusterung gemäß Großwetterlagen wird auch das Tief über Mitteleuropa abgebildet. Danach erfolgt ein Übergang in eine zyklonale Nordlage. Allerdings lassen sich etwa die Hälfte der Einzellösungen keiner Großwetterlage zuordnen. Dies ist durchaus Ausdruck der hohen Unsicherheit der Vorhersage. Das EPS des EZMW weist ab dem 6. Folgetag einen deutlich erhöhten Spread auf. Davor ist die Rauchfahne sehr "gebündelt". Der deutliche Temperaturrückgang, der ab Wochenmitte vom deterministischen Modell gezeigt wird, ist nur bei Einzellösungen des EPS zu sehen. Die Mehrzahl der Lösungen prägt diesen Temperaturrückgang deutlich schwächer aus. Deutliche Niederschlagssignale werden aber von einer Vielzahl der Lösungen geliefert. Eine Vb-artige Entwicklung ist immerhin bei etwa der Hälfte der Einzellösungen zu finden. Immerhin werden bis H+168 6 Cluster gebildet, was als Ausdruck für die Unsicherheit der Entwicklung gewertet werden kann. Danach, d.h. im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum, setzt das EPS deutlicher auf antizyklonalen Einfluss als der deterministische und der Kontrolllauf. Annähernd die Hälfte der Einzellösungen haben ein blockierendes Hoch über Fennoskandien und dem Nordmeer zu bieten. Hinsichtlich der Niederschlagssummen zeigt das EPS nur in Einzellösungen unwetterrelevante Werte. Diese sind beim EPS eher im Südosten und dort in Richtung Alpen zu finden, beim deterministischen Lauf dagegen, wie es eher bei Vb-artigen Lagen üblich ist, in einem Streifen von der Lausitz bis zur unteren Oder. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Ab Freitag beginnend im Südwesten und bis Sonntag auch auf die anderen Gebiete ausweitend ist mit starken Gewittern zu rechnen, wobei auch unwetterartige Entwicklungen möglich sind. Dabei besteht Unwettergefahr zunächst durch heftigen Starkregen und / oder größeren Hagel, am Sonntag zusätzlich durch Sturmböen. Auf der Rückseite des aus der Vb-artigen Entwicklung hervorgehenden Tiefs sind bevorzugt im Bergland und an der Küste Böen bis Sturmstärke möglich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EPS(EZMW) + T1279 ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann Quelle: DWD |
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