DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 29.01.2015 um 10.30 UTC



Zunehmend winterlich
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 05.02.2015


Am Sonntag, dem Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums, liegt 
Deutschland im Bereich eines langwelligen Höhentroges. Er erstreckt sich,  
ausgehen von einem Höhentief über dem Skagerrak, weit nach Süden bis an die 
algerische Küste erstreckt. Der Trog verlagert sich im Tagesverlauf leicht 
ostwärts. Korrespondierend dazu hat sich am Boden über weiten Teilen von Nord- 
und Mitteleuropa ein großräumiges Tiefdruckgebiet entwickelt, ebenfalls mit 
Zentrum über dem Skagerrak. Es sorgt bei uns bei für unbeständiges Wetter mit 
meist leichtem Schneefall in der Mitte und im Süden und Regen oder Regenschauern
im Norden. Am Montag verlagern sich der Trog und das damit korrespondierende 
Bodentief weiter ostwärts und ein flacher Keil über Westeuropa sorgt 
vorübergehend für Wetterberuhigung. Gleichzeitig aber wird der Trog im Westen 
durch einfließende KLA in seine Rückseite regeneriert. Dabei bildet sich am 
Dienstag über Frankreich ein Cut-Off, das sich dann im weiteren Verlauf in den 
Mittelmeerraum verlagert. Zwischen den nun entstandenen beiden Tiefdruckzentren 
über dem Mittelmeer und über Skandinavien befinden wir uns damit am Mittwoch in 
einer leicht antizyklonal geprägten Übergangszone. Es bleibt dabei meist 
trocken, nur im Norden gibt es noch Schnee oder Schneeschauer. Am Donnerstag 
gewinnt der sich verstärkende Trog über Skandinavien und der Ostsee wieder an 
Einfluss auf unser Wetter. Ein damit zusammenhängender Frontenzug überquert uns 
von Nord nach Süd und sorgt für teilweise kräftige Schneefälle. Insgesamt ist 
der mittelfristige Vorsagezeitraum geprägt von einer meist winterlichen 
Wetterlage mit Schneefällen bei Tageshöchstwerten um den Gefrierpunkt, leichten 
bis mäßigen und am Alpenrand auch strengen Nachtfrösten.

Im erweiterten Mittelfristzeitraum verlagert sich der bis dato wetterbestimmende
Trog ostwärts. Er wird abgelöst von einer kurzwelligeren Trog/Keil Struktur. Zum
Ende hin scheint der mächtige Keil des Ostatlantikhochs das weitere Geschehen 
mit Absinken und damit Wetterberuhigung zu bestimmen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des aktuellen Laufs zum Vorlauf kann als gut bezeichnet werden. 
Auch im Vergleich zum gestrigen 00UTC-Lauf besteht bis Mittwoch eine recht gute 
Übereinstimmung. Der am Donnerstag und Freitag vom gestrigen 00UTC-Lauf 
simulierte Cut-Off über dem Alpenraum wird dahingegen vom aktuellen Lauf und dem
gestrigen Mittags-Lauf nicht so prognostiziert. 
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Bei der Betrachtung der anderen globalen Modelle zeigt sich ein ähnliches Bild 
wie bei der internen Konsistenz. Bis Mittwoch unterscheiden sich die Modelle nur
unwesentlich. Ab Donnerstag simulieren GFS und GME die Tendenz zur Abschnürung 
des mitteleuropäischen Troges. 
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die NewCluster Analyse liefert im Zeitraum 72 bis 96h 3 Cluster, im Zeitraum 120
bis 168h nur 2 Cluster. Der deterministische Lauf befindet sich in Cluster 1. 
Die Rauchfahne von Offenbach bestätigt mit einem beständig leicht absinkenden 
Temperaturniveau die Tendenz zur Einwinterung zumal die -6 Grad Linie ab Montag 
von den meisten Einzellösungen unterschritten wird. Niederschlagssignale sind im
gesamten Zeitraum recht niedrig. Die stärksten Signale für Niederschlag gibt es 
am Donnerstag. Das Geopotential steigt ab Freitag schon leicht an, verbleibt 
aber insgesamt auf recht niedrigem Niveau. 
Das kanadische NAEFS verbleibt mit dem Ensemblemittel auf recht niedrigem 
Temperaturniveau. Die T850 liegt konstant von Freitag bis Sonntag unterhalb des 
Mittels 1981-2010 des NCEP. 
Insgesamt bestätigen die Ensembles die Einschätzung des aktuellen 
deterministischen Laufs von EZMW.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


EFI zeigt für Montag im Südwesten einen im Vergleich zur Modellklimatologie 
recht kalten Witterungsabschnitt. Auch die Statistik zeigt ab Montag die 
Möglichkeit von strengem Frost an. Davon betroffen ist vor allem der Alpenrand. 
Die Ensembles zeigen im mittelfristigen Vorhersagezeitraum kaum Signale für 
markante Schneefälle. Die Wahrscheinlichkeit für Schneefälle über 5cm in 12h ist
gleichwohl recht hoch. Am Sonntag geben die Ensembles noch recht hohe 
Wahrscheinlichkeiten für Bft 8 an der Küste. Danach gibt es von Ensembles keine 
Signale mehr für Minimum Bft 8. Laut Statistik soll es auf den Bergen der 
östlichen Mittelgebirge noch am Montag und Dienstag stürmische Böen geben. 
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMix, EZMW, EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Rolf Ullrich 
 

Quelle: DWD
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