DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
 

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 23.11.2014 um 10.30 UTC



Eher mildes und ruhiges Herbstwetter. 
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 30.11.2014


Zu Begin des Mittelfristzeitraumes, am Mittwoch, befindet sich Mitteuropa im 
Einflussbereich eines schwachen Hochrückens, der sich vom Mittelmeer bis nach 
Skandinavien erstreckt. Westlich davon befindet sich ein ausgedehnter 
Langwellentrog, welcher sich immer wieder nach Westen hin regeneriert. Über 
Russland hingegen befindet sich ebenfalls ein hochreichendes und kaltes Hoch. 
Zwischen dem Hoch über Russland und dem Hochrücken über Mitteleuropa befindet 
sich jedoch noch ein schwacher Trog.

Im Laufe der Woche nähert sich der atlantische Langwellentrog zwar Mitteleuropa 
an, wird jedoch vom Hochrücken über Mitteleuropa blockiert. Bis Freitag wird nur
der äußerste Westen und Südwesten von Deutschland vom Langwellentrog mit starker
Bewölkung und etwas Regen beeinflusst.  

Das Temperaturniveau in 850 hPa befindet zwischen 0 und +5 Grad.

Zum Wochenende hin Tropft der westliche Langwellentrog über der Iberischen 
Halbinsel ab, der nun verkürzte Langwellentrog zieht über Nordeuropa nach Osten.
Zwischen dem nun entstandenen Cut-Off Tief über Spanien und dem nördlichen 
Langwellentrog wölbt sich ein Hochkeil fast zonal vom Atlantik nach Mitteleuropa
auf. Es bildet sich eine Hochdruckbrücke die sich vom Atlantik bis nach Russland
erstreckt. Über Mitteleuropa verstärkt sich demnach wieder der 
Hochdruckeinfluss. Das Temperaturniveau bleibt eher mild mit Werten um +5 Grad 
in 850 hPa. 
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der ECMWF-Läufe ist bis zum Samstag recht gut. Am Sonntag 
hingegen gibt es größere Unterschiede. Der gestrige 00UTC Lauf hat den 
Langwellentrog auf Mitteleuropa übergreifen lassen. Jedoch soll es nach dem 
aktuellen 00 und dem gestrigen 12 UTC Lauf zu einem Cut-Off Prozess über der 
Iberischen Halbinsel kommen und nachfolgend der Langwellentrog, jedoch mit einer
stark verkürzten Amplitude auf Nordeuropa übergreifen. Über Mitteleuropa bzw. 
Deutschland sollte sich demnach ein schwacher Hochdruckeinfluss bemerkbar 
machen. 

Nennenswerte Wetteränderungen in der sind erst ab dem nächsten Wochenende zu 
erwarten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Erst ab dem Wochenende ergeben sich größere Unterschiede bei der Entwicklung des
westeuropäischen Langwellentrogs bzw. der Hochdruckbrücke.  

Gravierende Unterschiede bei signifikanten Wettererscheinungen gibt es aber 
nicht. Alle betrachteten Globalmodelle simulieren eine eher milde und ruhige 
Witterung.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Im Offenbacher Plumes ist von Montag bis Sonntag ein fast gleichbleibendes 
Temperaturniveau um +5 Grad in 850 hPa zu erkennen. Der Spread der 
Ensemblemember ist in diesem Zeitbereich recht eng. 

Es gibt 2 verschiedene Cluster. Der Kontrolllauf und der Hauptlauf befinden sich
mit insgesamt 20 Membern in Cluster 1.
Die Unterschiede bestehen insgesamt darin, wie stark der Abtropfprozess 
vollzogen wird und sich der Hochrücken ausbildet. Cluster 2 (16 Member) lässt 
den Trog noch recht weit nach Süden ausgreifen und zum Wochenende hin nach 
Mitteleuropa übergehen. Die Hochdruckbrücke sollte sich demnach nicht ausbilden.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Es gibt keine Signale im EFI. 

Auch in den Wahrscheinlichkeitsfeldern gibt es keine Hinweise auf eine mögliche 
Dauerregen- oder Sturmlage. Weiterhin ist ein Wintereinbruch im 
Mittelfristbereich nicht zu erkennen. 
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Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, ECMWF, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Christina Speicher 
 

Quelle: DWD
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