DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 240800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 24.10.2014 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
SWa

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... lag in 300 hPa um 00 UTC Deutschland im Bereich eines Rückens, der 
sich von der Iberischen Halbinsel nordostwärts bis nach Finnland erstreckte. Bis
24 UTC schwenkt er südostwärts nach Bayern, Polen und zum Baltikum, während der 
Nordwesten unseres Landes unter die Vorderseite eines Kurzwellentroges gerät, 
der um 24 UTC über der mittleren Nordsee positioniert ist.

Die Kaltfront des Nordmeertiefs, die um 00 UTC über den Britischen Inseln lag, 
wird zunächst per Wellenbildung verzögert und greift heute noch nicht aufs 
Vorhersagegebiet über. Eine vorgelagerte schwache Warmfront ist kaum 
wetterwirksam.
Nach Auflösung des vornehmlich in der Südhälfte entstandenen Nebels steht ein 
teils wolkiger, gebietsweise auch heiterer Tag an, wobei das Bodendruckfeld 
antizyklonale Krümmungs- und Scherungsverhältnisse aufweist, so dass daraus ein 
leichtes Absinken resultiert. Der Nordwesten wird jedoch im Tagesverlauf vom 
Regengebiet um die wellende Kaltfront beeinflusst, so dass dort 24stündig (00 
bis 24 UTC) nach COSMO-EU gebietsweise 2 bis 6 mm fallen können, im Norden von 
Sylt auch über 10 mm. Die Prognose des ECMF16 ist ganz ähnlich. Dabei spielt 
auch die Hebung durch PVA vor dem o.e. Kurzwellentrog eine Rolle.
Im unmittelbaren Umfeld der Nordsee treten ganztägig einzelne Windböen Bft 7 aus
Süd bis Südwest auf, in exponierter Insellage ist auch kurzzeitig Bft 8 möglich.


In der kommenden Nacht ist Nebelbildung in erster Linie in der Südhälfte ein 
Thema. Leichter Frost kann in Mittel- und Ostsachsen sowie an Neiße und Oder 
auftreten und auch in Alpennähe, dort über Schneedecke auch bis -4 oder -5 Grad.
 


Samstag... spaltet sich im Bereich des Rückens über Polen eine eigenständige 
Höhenantizyklone ab. Bis Mittag zieht der Kurzwellentrog abschwächend über den 
Nordwesten und Norden Deutschlands hinweg. Der langsamere Südteil passiert bei 
deutlich geringeren Höhenwinden ab Mittag die Südhälfte. Am Abend folgt ein 
weiterer Mini-Trog, der den vorhergehenden einholt und von einem sich 
kräftigenden Rücken gefolgt wird, der am Tagesende den Nordwesten unseres Landes
erreicht.

Die Kaltfront dringt morgens in den Nordwesten Deutschlands ein und verlagert 
sich bis Tagesende gemäß Theta-Ae 950 hPa in die mittleren Teile und verläuft 
dann etwa von Rügen über das südliche Sachsen-Anhalt zum nordwestlichen 
Rheinland-Pfalz hin. Die Niederschlagsaktivität an der Front nimmt ab, da diese 
zunehmend unter antizyklonalen Einfluss gerät. Während anfangs noch bis 4 oder 5
mm innerhalb von sechs Stunden fallen, zerfleddert das Niederschlagsband in der 
zweiten Tageshälfte zusehends und es werden von 12 bis 18 UTC nur noch lokal bis
2 mm erreicht. Erst von 18 bis 24 UTC gibt es gebietsweise, primär im Bereich 
des Vogtlandes, wieder leichte Intensivierungen mit bis zu 4 mm. GME simuliert 
24stündig im Südschwarzwald bis 14 mm, während C-EU maximal 5 mm in NRW 
prognostiziert. ECMF16 hat bis 10 mm in Niedersachsen. Postfrontal ist vor allem
im Nordwesten mit vielfach heiterem Wetter zu rechnen.
Windböen im Küsten- und Inselbereich sind nur bis zum Morgen noch abzuwarnen, 
tagsüber ist dann bezüglich Wind keine Warnung mehr erforderlich.

In der Nacht zum Sonntag ist noch umfangreicher als in der Vornacht mit Nebel zu
rechnen (MOS-MIX), das polnische UM sieht Nebelbildung jedoch im wesentlichen 
nur im nordöstlichen Bayern und im Bodenseeraum. Die Gefahr von Luftfrost nimmt 
dagegen ab und sollte sich nur auf den unmittelbaren Alpenrand beschränken.


Sonntag... kräftigt sich der vom Ärmelkanal nach Norddeutschland reichende 
Rücken und bildet in der zweiten Tageshälfte über dem Kanal ein Hochzentrum aus,
das sich bis Tagesende nach Nordwestdeutschland verlagert. An seinem Südrand 
herrscht dann über dem größten Teil Deutschlands eine östliche bis nordöstliche 
Höhenströmung.

Im Laufe der ersten Tageshälfte löst sich der Frontenzug über Deutschland 
weitgehend auf. Damit steht - nach teilweise zögernder Auflösung des Nebels - 
ein freundlicher und ab Mittag auch niederschlagsfreier Tag an. UM löst den 
Nebel über Bayern bis Mittag auf. Der meiste Regen fällt noch morgens über der 
Eifel (bis 5 mm nach C-EU). 
An der Nordsee frischt der SSW-Wind allerdings wieder etwas auf, so dass dort 
einzelne Böen Bft 7 möglich sind.
Es wird noch etwas milder als an den Vortagen, womit vor allem in der 
Nordwesthälfte recht verbreitet 15 bis 16 Grad erreicht werden.

Modellvergleich und -einschätzung
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Alle Modelle simulieren kurzfristig die gleiche Entwicklung.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch. 

Quelle: DWD
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