DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 011800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 01.09.2014 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
In Teilen Sachsens und Brandenburgs Stark- oder Dauerregen möglich. Sonst 
warnfrei.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
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Aktuell ... befinden sich die östlichen Teile Deutschlands im Einflussbereich 
eines kleinen Höhentiefs, dessen Kern um Mitternacht über Tschechien und Sachsen
zu finden sein wird. Somit dauern in der Osthälfte die teils kräftigen 
Regenfälle an, während es in der Westhälfte Deutschlands weitgehend trocken 
bleibt, was einem Höhenkeil, der von Frankreich zu den Benelux-Staaten gerichtet
ist, geschuldet ist. 

Auch in der kommenden Nacht ändert sich an dieser Konstellation kaum etwas, 
Höhentiefeinfluss im Osten, Hochdruckeinfluss im Westen. Damit verbunden sind 
weitere teils kräftige Regenfälle entlang von Oder und Neiße und sonst 
allenfalls geringe Schaueraktivität oder trockenes Wetter bei teilweisem 
Aufklaren. Gebietsweise kann sich in der Nacht bei längerem Aufklaren Nebel 
bilden. 
Die 12-Uhr Läufe der jeweiligen Modelle simulieren ab heute Abend bis weit in 
den Abend des Dienstag hinein im östlichen Sachsen, eventuell auch im 
südöstlichen Brandenburg länger anhaltenden Regen, der (besonders nach GME) 
innerhalb 24 Stunden Mengen von 30 bis nahe 50 mm bringen soll, nach COSMO-EU 
sind die Werte mit 25 bis 35 aber geringer, ECMWF (00-Uhr Lauf) und GFS (06-Uhr 
Lauf) simulieren 20 bis 30 mm. 
 
Dienstag ... verlagert sich das Höhentief über der Osthälfte südwärts und liegt 
um 24 UTC über Tirol. Im Tagesverlauf schwenkt ein langwelliger Rücken über 
Südwesteuropa allmählich nordostwärts und liegt am Tagesende über den Balearen, 
Südwestfrankreich, England, der Nordsee und Südskandinavien.

Die Bodenisobaren sind bis Mittag in der Nordhälfte Deutschlands weiterhin 
deutlich zyklonal gekrümmt und vom wenig markanten Tiefkern über Polen erstreckt
sich eine Okklusion nach Westen hin in dieser Tiefdruckrinne. Daher dauern die 
Regenfälle dort an, wobei aber eine Schwerpunktsverlagerung - unter Abschwächung
- von Nord nach Süd zu beobachten ist. Die Summen erreichen kaum mehr als 10 mm 
innerhalb von sechs Stunden. Die WLA ist primär in den südlichen Teilen der 
ehemaligen DDR recht ausgeprägt (rückseitig des südwärts ziehenden Höhentiefs).
Ähnlich wie am Montag sind in erster Linie die östlichen Bundesländer und der 
Südosten Bayerns von Niederschlägen betroffen, wobei die 24stündigen Summen 
gegenüber Montag aber meist abnehmen. C-EU simuliert im äußersten Osten Werte um
20 mm, GME in Ostsachsen sogar bis 50 mm (12-Uhr Lauf jetzt geringer bis rund 35
mm), GFS (06-Uhr Lauf) an der Oder bis 15 mm und ECMF knapp bis 20 mm in 
Ostsachsen. Die Westhälfte Deutschlands bleibt vielerorts niederschlagsfrei, 
wofür auch der im Tagesverlauf weiter leicht ansteigende Bodendruck 
verantwortlich ist. Insbesondere die Hochzelle über dem Finnischen Meerbusen 
kräftigt sich, womit sich im Tagesverlauf über dem ganzen Land eine nordöstliche
Bodenströmung einstellt.

Die Höchsttemperaturen steigen gegenüber heute etwas an; in der Nordwesthälfte 
sind vielfach 19 bis 23 Grad zu erwarten.
 
Mittwoch ... verlagert sich das Höhentief weiter südwärts an die italienische 
Adriaküste und im Bereich des Langwellenrückens spaltet sich in der zweiten 
Tageshälfte über der Nordsee eine selbständige Zelle ab, die bis 24 UTC an die 
Nordspitze Jütlands zieht. Über Deutschland stellt sich damit eine meist sehr 
schwache östliche bis nordöstliche Höhenströmung ein.

Das nunmehr sich über dem nördlichen Baltikum etablierende Bodenhoch kräftigt 
sich weiter und die nordöstliche Strömung über Deutschland wird ein wenig 
stärker.
Die Regenfälle im Raum der RZ Leipzig kommen in der ersten Tageshälfte zum 
Erliegen und von Norden her erfolgt Bewölkungsrückgang. Vereinzelt kann es 
anfangs auch noch in Baden-Württemberg und in Südostbayern im Bereich des nach 
Süddeutschland hereinragenden Frontenrestes etwas regnen. Maximal 7 mm fallen 
nach C-EU noch im Stau des Erzgebirges, nach GME 11 mm im Bayerischen Wald, nach
ECMF16 bis 5 mm in Südbayern.
Der Nordost- bis Ostwind frischt besonders in den höheren freien Lagen der 
Mittelgebirge stärker auf und es können in Gipfellagen vereinzelt Böen Bft 8 
auftreten. Die Höchsttemperaturen erreichen 19 bis 24 Grad.

Generell ist morgens gebietsweise mit Nebel zu rechnen.

Donnerstag ... ...befindet sich ein eigenständiges Höhenhoch zwischen der 
südlichen Nordsee und dem Baltikum. Damit hat sich auch bodennah eine 
Hochdruckzelle aufgebaut, die mit seinem Zentrum bei den Baltischen Staaten 
liegt und lose Verbindungen zu einer weiteren Hochdruckzelle westlich von Island
aufweist. Große Teile von Deutschland profitieren von der resultierenden 
Absinkbewegung, die vielfach freundliches Wetter zur Folge hat.

Etwas anders schaut es in den südlichen Landesteilen aus. So wird Südeuropa von 
dem Höhentief beeinflusst, das nunmehr zwei Zentren aufweist. Das Hauptzentrum 
befindet sich über Mittelitalien, während ein sekundäres Zentrum etwa bei der 
Schweiz zu finden ist. Die damit in Verbindung stehenden Feuchtefelder bringen 
einige Wolken und dem Alpenrand am Nachmittag auch Schauer/Gewitter.

Zwischen hohem Luftdruck nördlich von Deutschland und tiefem Luftdruck im Süden,
stellt sich eine östliche Grundströmung ein, der die Regionen in der Mitte und 
im Norden Deutschlands mit trockenen Luftmassen versorgt. Bei Temperaturen die 
in 850 hPa zwischen 10 und 13 Grad liegen, werden vielerorts Werte um oder 
oberhalb von 25 Grad erreicht 


Modellvergleich und -einschätzung
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Im synoptischen Scale simulieren alle Modelle ähnliche Resultate, einzig die 
Niederschlagsprognosen differieren in der kommenden Nacht in der räumlichen 
Verteilung und in der Spitze noch etwas, gleichen sich im weiteren Verlauf über 
Deutschland aber weiter an.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Stefan Külzer 

Quelle: DWD
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