DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 281800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 28.05.2015 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Keine.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC
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Aktuell ... lag um 12 UTC in 300 hPa ein Tief über dem östlichen Island, von dem
aus sich ein Trog südostwärts zur östlichen Nordsee und nach Nordwestdeutschland
erstreckte. Im Laufe der zweiten Tageshälfte wandert dieser Troganteil über den 
Norden Deutschlands hinweg ostwärts. Zum Tagesende stellt sich eine nach Norden 
zunehmende westliche Höhenströmung ein.

Die Kaltfront eines Randtiefs über Südnorwegen hat den Nordwesten Deutschlands 
erreicht. In ihrem Umfeld treten Schauer und auch kurze Gewitter auf. Präfrontal
hat sich eine Konvergenzlinie ausgebildet, die aber nur relativ wenig 
wetteraktiv ist.
Die Front kommt bis 24 UTC schon in die Südosthälfte voran, wobei die 
Niederschlagsaktivität an ihr stark nachlässt.

Der Wind flaut zum späteren Abend hin deutlich ab, so dass um 21 UTC nur noch im
äußersten Norden einzelne Böen Bft 7 zu erwarten sind.

In der kommenden Nacht sind von 18 bis 06 UTC nach C-EU primär in der ersten 
Nachthälfte noch Schauer im Osten zu erwarten, ähnliches passiert auf den 
nordfriesischen Inseln. Wesentlich mehr als 2 mm sollen aber nicht fallen. C-DE 
12 UTC hat den meisten Niederschlag im östlichen Vorpommern (bis 5 mm). 
Ansonsten sind nach diesem Modell in erster Linie Brandenburg/Berlin, Sachsen 
und Thüringen betroffen. ICON simuliert bis 6 mm im südlichen Brandenburg.

Nebelbildung ist am ehesten im norddeutschen Tiefland, aber auch gebietsweise in
den mittleren Teilen zu erwarten.


Freitag ... formiert sich westlich der Britischen Inseln ein neuer 
Langwellentrog, der sich im Tagesverlauf unter Intensivierung zur Nordsee und 
zum westlichen Mitteleuropa verlagert. Dabei krümmt sich über Deutschland die 
Höhenströmung mehr und mehr zyklonal und der Wind dreht auf Südwest zurück.

Die durch die Rückdrehung des Höhenwindes strömungsparallel werdende Kaltfront 
kommt in der Südosthälfte nur noch sehr langsam weiter nach Südosten voran, 
während im Laufe der zweiten Tageshälfte sich eine weitere Okklusion/Kaltfront 
von der Nordsee her nähert. Sie erreicht den Nordwesten am Nachmittag.
Im Tagesverlauf steigen die Temperaturen in 850 hPa im Süden um etwa 2 K an, so 
dass sich - bei etwa gleichbleibender Temperatur in 500 hPa - die Schichtung 
noch etwas labilisiert. Vornehmlich in Bayern und Baden-Württemberg südlich des 
50. Breitengrades sind daher im Bereich der Front bzw. präfrontal einzelne 
Gewitter zu erwarten, in deren Umgebung es zu stürmischen Böen kommen kann.

Böen Bft 7 treten im Flachland allenfalls mal sporadisch auf, nicht 
flächendeckend. Auf dem Brocken und dem Feldberg gibt es stürmische Böen aus 
Südwest. Spätabends frischt der SW-Wind im äußersten Westen auf Böen Bft 7 auf.

Mittags beginnt es im Nordwesten, später auch im Westen vor der neuen Front zu 
regnen, vielfach schauerartig verstärkt. Auch präfrontal entwickeln sich, 
besonders im Bereich der RZ Offenbach, einige Schauer.
Postfrontal gelangt abends in den Westen und Nordwesten zunehmend höhenkältere 
Luft, so dass dort am späten Abend und in der ersten Nachthälfte einzelne kurze 
Gewitter in das - meist postfrontal angeordnete Niederschlagsgebiet - 
eingelagert sein können.

Von 00 bis 24 UTC fallen nach C-EU im Nordwesten teils über 10 mm 
(nordfriesische Inseln bis 19 mm). GFS geht im äußersten Nordwesten bis knapp 
über 10 mm, größere Mengen sind lokal bei Gewittern am Alpenrand möglich.

In den beiden südlichen Bundesländern liegen die Maximumtemperaturen verbreitet 
bei 20 Grad und darüber (Hochrhein bis 24 Grad), während es im nördlichen 
Schleswig-Holstein nur 14/15 Grad sind.


Samstag ... verlagert sich der Trog unter Verkürzung seiner Wellenlänge 
nordostwärts schwenkend nach Südskandinavien, zur Ostsee und nach Nordostpolen. 
Dabei passiert ein kurzwelliger Troganteil in der ersten Tageshälfte den Norden 
unseres Landes. 

Die Kaltfront überquert sehr rasch bis zum Vormittag nahezu das ganze Land 
südostwärts; nur die Gebiete südlich der Donau verbleiben noch in der 
pseudopotentiell markant wärmeren Luft.
 
In der sich durch KLA in der Höhe weiter labilisierenden postfrontalen Luftmasse
entstehen ab dem Morgen erneut im norddeutschen Tiefland einzelne Gewitter. In 
ihrer Umgebung können stürmische Böen auftreten. Die 500 hPa-Temperatur liegt 
über dem Norden teilweise unter -30 Grad.

Der 24stündige Niederschlag beträgt nach C-EU bis zu 18 mm in 
Schleswig-Holstein; große Teile der Südhälfte bleiben aber trocken. GFS setzt 
abermals einen Niederschlagsschwerpunkt an den Alpenrand.

Der WSW-Wind frischt schon vormittags in der Nordhälfte deutlich auf und 
erreicht nach OOG nördlich der Mittelgebirge vielfach Bft 7, um Rügen herum auch
Bft 8. Abends lässt der Wind markant nach, so dass spätabends nur noch 
vereinzelte Böen Bft 7 an der Ostsee auftreten.

Im Vergleich zum Vortag liegen die Höchsttemperaturen um ca. 1 bis 3 K 
niedriger.


Sonntag ... verlagert sich bis 12 UTC ein flacher Rücken unter weiterer 
Abflachung rasch zum westlichen Deutschland.

In den Norden zieht von Westen her ein Regengebiet herein (kräftige WLA), und 
gegen Mittag entstehen in Alpennähe einzelne Schauer. In der Nähe der 
niederländischen Grenze fallen bis über 5 mm von 00 bis 12 UTC. Bei GFS fehlt 
dieses Regengebiet völlig.

Der südwestliche Wind frischt gegen Mittag in Nordrhein-Westfalen stärker auf, 
so dass dort einzelne Böen Bft 7 möglich sind.

Zum Mittagstermin liegen die 850 hPa-Temperaturen deutlich höher als am 
Samstagmittag, womit nachmittags Maxima zwischen 17 und 24 Grad zu erwarten 
sind.



Modellvergleich und -einschätzung
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Alle Modelle simulieren kurzfristig und im synoptischen Scale die gleiche 
Weiterentwicklung. Sonntag 12 UTC haben LFPW und GFS eine eher südliche 
Bodenströmung über Deutschland, die auch schwächer ist als die südwestliche 
Strömung im ICON.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch. 

Quelle: DWD
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