DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 230800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 23.05.2013 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
Am Samstag im Nordosten Dauerregen wahrscheinlich, Unwetter möglich.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
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Donnerstag... Deutschland liegt im Einflussbereich eines Höhentiefs mit Kern über der 
Nordsee, das sich über Benelux noch etwas weiter nach Süden n ausdehnt, was sich am Boden 
durch ein kleines Tief bemerkbar macht, das über NRW ostwärts zieht. In 500 hPa sinkt die 
Temperatur in weiten Teilen Deutschlands unter -25 Grad und im Westen unter -30 Grad, 
wodurch eine Labilisierung stattfindet. Das Bodentief über dem Skagerrak hat seine 
Entwicklung überschritten und verlagert sich etwas nach Westen auf die mittlere Nordsee, 
da das Höhentief eine Dipolstruktur bekommt. Dadurch wird der anfangs in Böen noch starke 
Wind an der Küste langsam schwächer. 
Mit der Labilisierung breiten sich Schauer vom Westen weiter nach Osten und Süden aus. Bei
KO-Indices um oder etwas unter 0 sind besonders im Westen kurze Kaltluftgewitter mit 
Graupel bis in die Niederungen möglich. Nur ganz im Osten ist es stabiler und hier treten 
kaum Schauer auf. 
Starke bis stürmische Böen in Verbindung mit Gewittern sind besonders in der Südhälfte 
möglich, da hier die 850 hPa-Winde bei 30 kt liegen. 
In der Nacht zum Freitag ist bei Aufklaren ähnlich wie in der vergangenen Nacht Bodenfrost
möglich. In den Südlichen Gebirgen ist ab 1000 m Glätte durch etwas Schnee oder 
überfrierende Nässe möglich.
Ein derzeit bei Albanien liegendes Bodentief driftet mit der Höhenströmung in der Nacht 
zum Freitag zur Ukraine.


Freitag... Der südliche Teil des Höhentiefkomplexes bildet sich über den Westalpen durch 
ein weiteres Höhentief ab, das durch das etwas stärkere Höhentief über der südwestlichen 
Nordsee etwas nach Nordosten gesteuert wird. Dadurch setzen in Bayern leichte Regenfälle 
ein. Das andere Höhentief setzt sich im Verlaufe des Tages im Norden Frankreichs fest und 
löst im Westen einzelne Schauer aus.
Mit der Tageserwärmung steigt die Schneefallgrenze tagsüber wieder an, um in der 
Folgenacht wieder zu sinken. Allerdings sind die Niederschlagsmengen nur gering, wodurch 
es auch im Hochschwarzwald tagsüber kaum Behinderungen geben wird. Im äußerten Südosten 
ist nach CosmoEu in der Nacht zum Samstag Dauerregen möglich.
Es bleibt sehr kühl mit einem Temperaturgefälle von Nordost nach Südwest, wobei östlich 
der Elbe 15 bis 18 Grad erwartet werden, im Süden wird teilweise nicht mal die 10 
Grad-Marke erreicht.
In der Nacht zum Samstag erreichen die Regenfälle des über Osteuropa nord- bis 
nordwestwärts ziehenden Tiefs den Nordosten, wobei die deutschen Modelle sehr forsch 
simulieren und große Niederschlagssummen über 25 mm in 12 Stunden im Programm haben. 
Im Süden klart es gebietsweise auf mit Minima teilweise um 0 Grad in ungünstigen Lagen. 

Samstag... Das Tief mit Kern im Raum Lettland wird mit der Höhenströmung nach Westen 
geführt und soll nach der deutschen Modellkette zum Tagesende Norddeutschland erreichen. 
Damit greifen die Regenfälle vom Nordosten im Tagesverlauf auf die gesamte Nordhälfte 
Deutschlands über und erreichen in der Nacht zum Sonntag den Südwesten. Dabei werden nach 
GME/CosmoEu Dauerregenmengen simuliert, die bis in den Unwetterbereich gehen (30 bis 80 
mm/24 std bis Sonntag 06 TC). Selbst EZMW liefert 24stg. Mengen zwischen 25 und 40 mm. Im 
Bereich des kräftigen Bodentiefs werden nach der deutschen Modellkette an der Küste auch 
Sturmböen simuliert.
Südlich des Regengebietes werden bei wechselnder Bewölkung am Nordrand des Höhentiefs über
dem südwestlichen Mitteleuropa einzelne Schauer erwartet.
Mehr als 10 bis 15 Grad sind bei dieser Lage nicht möglich und in etwas höheren Lagen sind
die Tagewerte einstellig. 


Modellvergleich und -einschätzung
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Zunächst simulieren die externen Modelle sehr ähnlich.

Die schauerartigen Niederschläge in Nordwestdeutschland addieren sich bei UK-Finemesh auf 
über 25 mm/12 Stunden westlich von Hamburg (Zeitraum von heute 18 bis morgen 06 UTC). Die 
anderen Modelle simulieren meist weniger Regen. 

Was die Tiefentwicklung am Samstag angeht simuliert GEM recht ähnlich. Sonntag 00 UTC soll
dass Tief hier an der Odermündung liegen mit einem Kerndruck von 990 hPa und 
entsprechender Windentwicklung an der Ostsee. Die Regenmengen im Norden sind allerdings 
geringer.

GFS lässt zwar ebenfalls von Norden WLA und Regen aufkommen, wobei das korrespondierende 
Tief aber über dem östlichen Baltikum liegt. Erst zum Ende des Samstags bildet sich über 
S.-H. ein Teiltief. Auch die Regenfälle sind deutlich schwächer und liegen nicht im 
Dauerregenbereich.

Wenn man CosmoLEPS zugrunde legt ist bis Sonntag 06 UTC die Wahrscheinlichkeit von teils 
unwetterartigem Dauerregen von NRW bis zur Ostsee erhöht!!!
EZMW-EPS stützt große Regenmengen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. 


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden 

Quelle: DWD
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