DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 170800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 17.09.2014 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
SE

Heute nur im südlichen Bergland ganz vereinzelt Gewitter, ab Donnerstag von 
Südwesten her zunehmende Schauer und Gewitterneigung, Starkregen möglich, 
unwetterartige Entwicklungen nicht ganz ausgeschlossen. 

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
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Mittwoch... bleibt die Blockierung über Europa erhalten, wir liegen dabei an der
Südwestflanke eines umfangreichen Hochs beim Ladoga See, das sich nur wenig nach
Südosten verlagert. Der Druck am Boden fällt aber leicht und ausgehend vom Tief 
westlich Portugals weitet sich eine Rinne in unsere Richtung aus. Mit der 
östlichen Bodenströmung gelangt warme Luft zu uns, die im Gegensatz zu den 
vergangenen Tagen nicht mehr so feucht ist, wenn auch ein gewisses Maß an 
Labilität über dem Süden erhalten bleibt. Allerdings liegen die 
Auslösetemperaturn recht hoch, bei 26 bis 28 Grad.

Einem schwachen Trog in 300 hPa, der über den Norden langsam nach Osten zieht, 
folgt von Westen her ein Rücken. Bei schwacher westlicher Höhenströmung sind 
kaum Hebungsimpulse vorhanden, die die Labilität auslösen könnten. 
Der geringere Wassergehalt spiegelt sich zum einen in der geringeren 
Nebelhäufigkeit in diesen Frühstunden wieder, zum anderen ist die 
Gewitterbereitschaft nur noch gering.
Am ehesten funktioniert die Auslösung mit Hilfe der Orografie über dem Süden, wo
noch ein gewisses Maß an CAPE vorhanden ist. Über dem Südschwarzwald und den 
Alpen sind also nachmittags Gewitter denkbar, die, so sie denn entstehen, bis 
knapp 10 km hoch reichen können.
In den anderen Gebieten bleibt es heiter oder sonnig und trocken. Höchstens an 
der Ostsee kann der Wind mal etwas kräftiger auffrischen mit Böen der Stärke 6, 
vereinzelt 7. Sonst bleibt es bei schwachem bis mäßigem, tagsüber böige aber 
nicht warnwürdigem Wind aus östlichen Richtungen.
Die Temperatur steigt auf 21 bis 26 Grad.
In der Nacht zum Donnerstag nimmt die Bewölkung vor allem im Südwesten zu, von 
der Eifel bis zum Schwarzwald sind ausgangs der Nacht auch Niederschläge 
möglich, die bei instabiler Schichtung schauerartig, vereinzelt gewittrig sein 
können. In den anderen Regionen bildet sich stellenweise dichter Nebel. 

Donnerstag... kräftigt sich der Rücken über dem Mittelmeerraum und den Alpen 
noch, wobei er aber kaum nach Osten vorankommt, der schwache Trog über dem 
Norden bleibt ebenfalls erhalten (300 hPa) wobei die westliche bis südwestliche 
Höhenströmung insgesamt leicht zunimmt.
Am Boden haben wir es weiter mit der Hochrandlage zu tun, wobei das Hoch über 
Osteuropa an Einfluss verliert und bei leichtem Druckfall die Tiefdruckrinne mit
zyklonaler Kontur der Isobaren von Südwesten mehr in Erscheinung tritt.  Dabei 
wird die Luftmasse von Südwesten her wieder feuchter, die Auslösetemperaturen 
bleiben aber auf hohem Niveau zwischen 25 und 29 Grad. Diese Temperaturen werden
wohl nicht erreicht, so dass Konvektion durch erzwungene Hebung in Gang kommen 
muss. 
Hebungsantriebe, vor allem nach Südwesten zu und über dem mittleren Deutschland 
resultieren aus der fortgesetzten leichten Warmluftadvektion, die vor allem über
den östlichen Landesteilen zu finden ist und zeitweiliger positiver 
Vorticityadvektion. Damit ist schon eher an Gewitter zu denken, als noch am 
heutigen Tag.

Die Modelle simulieren teilweise auch dahingehend. So können von der Eifel und 
dem Sauerland bis nach Baden-Württemberg und in den Alpen im Tagesverlauf 
schauerartige Regenfälle, bzw. später Schauer und Gewitter auftreten. Die 
entsprechend dem steigenden Wassergehalt mit Starkregen verbunden sein können. 
Auch stürmische Böen sind dabei möglich. Bei geringer Zuggeschwindigkeit ist 
auch unwetterartiger Starkregen nicht ausgeschlossen. 
Vor allem im Norden und in der Osthälfte passiert aber noch nicht viel. Dort 
nimmt lediglich die Bewölkung etwas zu, in Form teils hoher und mittelhoher 
Wolken, es bleibt aber noch trocken und vor allem im Norden auch sonnig.
Allein aus dem Druckgradienten heraus langt es zu starken Böen höchstens an den 
Küsten und vielleicht noch im höheren Bergland des Südens und in den Alpen.

In der Nacht zum Freitag breiten sich die schauerartigen Regenfälle, vor allem 
anfangs begleitet von einzelnen Gewittern über die Mitte nach Osten aus. Im 
Norden und nach Südosten zu (föhnig) spielt sich wettertechnisch nicht viel ab. 
Lokal kann sich Nebel bilden. In den Alpen frischt der Wind in Hochlagen etwas 
auf mit teilweise stürmischen Böen aus Süd.
 

Freitag... wird der Rücken unter Abflachen nach Südosten zurückgedrängt und 
sowohl von Norden, als auch von Westen her dringen kurzwellige Tröge nach 
Deutschland vor. Dabei bleibt es bei der südwestlichen bis westlichen 
Höhenströmung.
Am Boden weitet sich die Tiefdruckrinne über Deutschland noch etwas nach Osten 
aus und verstärkt kristallisiert sich die Grenze zwischen trockener Luft ganz im
Norden und Nordosten und den feuchten und labilen Luftmassen im großen Rest des 
Landes als Warmfront heraus. Eingelagert in die Rinne sind auch kleinere 
Randtiefs möglich, die auch abseits stärkerer Konvektion mal ergiebigeren Regen 
auslösen könnten. Anzeichen dafür liefern die Modelle aber noch nicht.

Dabei nimmt der Wassergehalt in der wärmeren Luft, besonders aber die Labilität,
gemessen an den diversen Indizes, gegenüber Donnerstag deutlich zu.

Dabei kommt es ausgelöst durch die positive Vorticityadvektion der Tröge und der
Bodenkonvergenz über der Mitte und dem Südwesten zu schauerartigen Regenfällen, 
die im Tagesverlauf wieder konvektiver werden mit einzelnen eingelagerten 
Gewittern.
Erneut ist bei kräftigen Schauern und Gewittern Starkregen, vereinzelt bis 
Unwetter möglich.
Der Norden liegt weiter unter der östlichen Strömung mit der trockene Luft aus 
dem Hoch ausfließt und der Südosten ist wahrscheinlich durch den aufkommenden 
leichten Föhn wetterbegünstigt. In Hochlagen der Alpen sind 7 bis 8er Böen 
möglich.
In der Nacht zum Samstag gewinnt die feuchte und warme Luft mit Ausdehnung der 
Tiefdruckrinne nach Norden ebenfalls nordwärts an Raum. Es kommt im Bereich der 
Bodenrinne und südlich davon zu weiteren Niederschlägen, örtlich zu Gewittern. 
Gebietsweise bildet sich wieder Nebel. 

Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die Entwicklung im Großen und Ganzen ähnlich. 

Eine gewisse Außenseiterrolle nimmt Cosmo EU ein. Es simuliert am Freitag die 
Bildung eines kleinen Tiefs über Benelux, das in der Folge zur deutschen Bucht 
ziehen soll und dabei im Norden gebietsweise Starkregen (50mm in 6 Stunden) und 
Gewitter auslöst. Die Niederschlagsgrenze liegt dabei deutlich weiter im Norden,
als in allen anderen Modellen, weshalb diese Lösung als unwahrscheinlich 
angesehen wird und zunächst mal keine weitere Beachtung findet, zumal dieses 
Ergebnis auch von den Vorläufen stark abweicht und das Modell somit auch in sich
nicht konsistent ist.

Mit der langsam über Deutschland nach Norden wandernden Tiefdruckrinne und 
eingelagerten ostwärts ziehenden Tiefs sind eigentlich auch kräftigere 
Regenfälle skaliger Natur denkbar, auf die es aber seitens der Modelle noch 
keine Hinweise gibt. 

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner  

Quelle: DWD
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