Thema des Tages
Großwetterlagen: Hoch Nordmeer-Fennoskandien, überwiegend zyklonal Der Jahresverlauf der Witterung an einem Ort oder in einem Gebiet der mittleren Breiten besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich durch großräumige Luftdruck- bzw. Geopotentialverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster in Bodennähe sowie in den darüber liegenden Luftschichten. Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in das Zirkulationsregime einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten. Die derzeitige Wetterlage kann man als zyklonal geprägtes "Hoch Nordmeer-Fennoskandien" (wiss. Abkürzung HNFz) klassifizieren, wobei "zyklonal" für "tiefdruckbeeinflusst" steht, denn gebietsweise muss mit gewittrigen Störungen gerechnet werden. Insgesamt überwiegt die zonale, konkret in Ost-West-Richtung verlaufende Strömungskomponente im Vergleich zum meridionalen, hier in Nord-Süd-Richtung orientierten Anteil. Aktuell liegt Mitteleuropa an der Südflanke der Hochdruckzone BERTRAM, die sich vom Europäischen Nordmeer über "Fennoskandien" erstreckt. Unter "Fennoskandien", auch Fennoskandinavien oder Fennoskandischer Schild genannt, wobei "Fenno" Finnland bedeutet, versteht man die aus Skandinavien, Finnland, Karelien und der Kola-Halbinsel bestehende geologisch-geographische Einheit. Über Südeuropa und dem Mittelmeerraum herrscht am Boden tiefer Luftdruck. Folglich fließt mit östlicher bis nordöstlicher Strömung im Sommer mäßig warme Festlandsluft aus Russland nach Mitteleuropa. Durch ein Höhentief über Mitteleuropa werden in der feucht-labilen Luftmasse Schauer oder Gewitter ausgelöst. Zur visuellen Unterstützung des eben Erläuterten sei auf die im Internetangebot des Deutschen Wetterdienstes unter der Rubrik "Spezielle Nutzer/Hobbymeteorologen" angebotenen Boden- und Höhenwetterkarten verwiesen. Dipl.-Met. Thomas Ruppert Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 24.07.2014 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Quelle: DWD
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