Thema des Tages
Herbstlicher Wettercharakter zum meteorologischen Herbstanfang Am heutigen 1. September beginnt nach meteorologischer Zeitrechnung der Herbst. Damit das die Meteorologen in diesem Jahr nicht vergessen, zeigt sich das Wetter schon mal entsprechend herbstlich. Bei Tiefstwerten zwischen 13 und 6 Grad, im höheren Bergland teils bis 3 Grad, konnte sich schon vielerorts dichter Nebel bilden. Im Südosten von Deutschland und an den Alpen regnete es länger anhaltend. Eine Schneefallgrenze von um 2000 Meter kann dabei ebenfalls als Indiz für die herbstliche Saison gewertet werden. Gleichermaßen beginnen auch die Blätter an den Bäumen zunehmend die Farben gelb und rot anzunehmen. Zwar scheint der Spätsommer in dieser Woche tagsüber mit viel Sonne und zum Teil sommerlichen Temperaturen in weiten Teilen von Deutschland vorzudringen, doch besonders nachts streckt doch der Herbst weiter seine Fühler nach Mitteleuropa aus. Feststellen kann man dies an dem zunehmenden Tagesgang der Temperaturen. Während am Tag mit Sonnenunterstützung Höchstwerte zwischen 20 und 27 Grad erreicht werden, sinken die Temperaturen in der Nacht meist schon über 10 Grad ab. Der Grund liegt im abnehmenden Tageslicht. Während zum Sommeranfang am 21. Juni die Sonne knapp 16,5 Stunden am Himmel steht, müssen sich die Menschen in Deutschland in dieser Woche schon mit etwas über 13 Stunden begnügen. Zum kalendarischen Herbstanfang am 23. September werden es dann schon keine 12,5 Stunden mehr sein. Die geringste Menge an Tageslicht erwarten wir dann zum Winteranfang am 22. Dezember. Mit dem abnehmenden Sonnenlicht nehmen, wie oben schon angedeutet, auch die herbstlichen Wetter- und Umwelteigenschaften und somit auch Gefahren zu. So kann fallendes Laub insbesondere bei feuchten oder nassen Wetterbedingungen auf den Straßen für eine gefährliche Rutschbahn sorgen. Da sich das Wetter in den nächsten Tagen in weiten Teilen Deutschlands jedoch trocken und schwachwindig zeigt, sollte diese Gefahr derzeit eher nur lokal begrenzt eine Rolle spielen. Anders sieht es mit dem Nebel aus. Besonders der sogenannte Strahlungsnebel hüllt die Landschaften in bodennahen Schichten zunehmend in einen weiß-grauen Schleier. Der Strahlungsnebel beruht dabei im Wesentlichen auf bodennahes Auskühlen. Bei klarem Himmel gibt der Boden viel Wärme an die Luft ab und kühlt somit stark aus. Umso länger die Nacht dauert, desto stärker kann der Boden bei wolkenlosen Verhältnissen auskühlen. Zeitlich verzögert kühlt der Boden schließlich auch die unteren Luftschichten ab. Verfügt die Luftschicht über eine ausreichende Menge an Feuchte, kann diese ab einer bestimmten Temperatur (Sättigung der Luft mit Wasserdampf) zu kleinen Tröpfchen kondensieren. Nachfolgend bilden sich bodennahe Wolken, die wir als Nebel wahrnehmen. Für Autofahrer können diese Nebelfelder aufgrund einer raschen Verschlechterung der Sichtverhältnisse sehr tückisch sein. Oftmals können die Sichtweiten lokal sogar unter 100 Meter sinken. Erst wenn die Sonne am Himmel höher steigt und die Luft wieder erwärmt, löst sich der Nebel wieder auf. Die dann wieder wärmere Luft kann eine größere Menge an Feuchte aufnehmen, sodass die kleinen Nebeltröpfchen verdunsten und der Luft wieder als Wasserdampf erhalten bleiben. Auch in den nächsten beiden Nächten muss vor allem im Westen und Süden erneut mit Nebelbildung gerechnet werden. Gebietsweise sind dabei auch wieder Sichtweiten unter 150 Meter zu erwarten. Entsprechend sollte in den betroffenen Regionen die Fahrgeschwindigkeit den Verhältnissen angepasst werden. Erst in der zweiten Wochenhälfte nimmt die Nebelneigung vielerorts deutlich ab. Ausschlaggebend dafür sind zum einen die etwas höheren Temperaturen in der Nacht und zum anderen die abnehmende Luftfeuchte. Dipl.-Met. Lars Kirchhübel Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.09.2014 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Quelle: DWD
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