Thema des Tages
Bannerwolken - ein imposantes Wolkenphänomen Wolken am Himmel zu sehen, ist in unseren Breiten ganz alltäglich: Manchmal bewegen sich bauschige Gebilde über den Himmel, an anderen Tagen sieht man eine dicke graue Wolkendecke oder nur dünne Wolkenstreifen in leuchtendem Weiß. Doch wer schon einmal in den Bergen war, hat vielleicht auch andere Wolkenarten entdeckt, denn dort sind nicht selten außergewöhnliche und eindrucksvolle Wolken am Himmel zu sehen. Wolken, die in der Nähe eines Gebirges auftreten, werden unter dem Begriff "orographische Wolken" zusammengefasst. Sie entwickeln sich je nach Luftschichtung in verschiedenen Formen und Höhen, wenn die Luft über ein Hindernis (z.B. Hügel oder Bergkette) strömt. Ein bekanntes Beispiel in den Alpen sind linsenförmige, glatte Lenticulariswolken, die im Zusammenhang mit dem "Föhn-Effekt" entstehen (bei Interesse nachzulesen unter www.dwd.de/lexikon). Eine weitere Art von orographischen Wolken, die wie die Lenticulariswolken im Lee (also auf der windabgewandten Seite) eines Gebirges auftreten, sind sogenannte "Bannerwolken". Während die Wolke mit einem Ende am Berg befestigt zu sein scheint, bewegt sich das andere Ende einer Fahne ähnlich im Wind (daher auch der Name "Bannerwolke"). Die windzugewandte Seite (Luv) des Berges ist dabei wolkenfrei. Ein Beispiel einer Bannerwolke ist auf dem beigefügten Foto, rechts unter "Thema des Tages mehr", zu sehen. Da Bannerwolken bevorzugt an Graten oder steilen Berggipfeln auftreten, werden sie besonders häufig an der Zugspitze oder am Matterhorn beobachtet. Bannerwolken lassen sich auch leicht für Laien erkennen, da sie lange Zeit (oftmals mehrere Stunden) an einem Ort bleiben, während alle anderen Wolken weiterziehen. Bannerwolken sind bisher kaum erforscht, obwohl sie schon sehr lange beobachtet werden und ein durchaus häufig wiederkehrendes Phänomen sind. An der Zugspitze konnten im Schnitt zwischen zwei und zehn Ereignisse pro Monat gezählt werden, wobei die Wolken häufiger im Sommer auftreten als im Winter. Der ausschlaggebende Mechanismus zur Entstehung einer Bannerwolke ist noch nicht vollständig geklärt. Derzeit wird angenommen, dass sich beim Überströmen des Gebirges Wirbel ausbilden; ähnlich wie Wasserwellen, die sich hinter einem im Fluss befindlichen Hindernis bilden. Diese Wirbel heben die Luftmassen hoch, wodurch sich die Bannerwolken bilden können. Die meisten von uns werden heute und in den nächsten Tagen allerdings weniger solche imposanten Bannerwolken zu Gesicht bekommen, sondern eher haufenförmige Quellwolken oder gar Gewitterwolken. Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 18.09.2014 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Quelle: DWD
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