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Kommt der "Spätwinter" auch dieses Jahr? Wer ein Ohr am Wetterbericht hat, hört mal wieder was von Schnee. Aus statistischer Sicht könnte man sagen: selbstverständlich. Die Witterungsregelfall (Singularität) "Spätwinter" stellt sich schließlich normalerweise zwischen dem 14. und 20. Februar ein. Ein Blick auf die Wettervorhersage für die nächste Woche lässt uns einen Wintereinbruch auf den Bergen, gebietsweise auch in den Niederungen vor allem in Norddeutschland vorhersagen. Der Spätwinter zeichnet sich durch deutlich kühleres Wetter und Trockenheit aus, wobei die kälteren Temperaturen etwa jedes zweite Jahr, die Trockenheit noch häufiger auftritt. Die dazugehörige Wetterlage ist in Anbetracht der Trockenheit ein Hochdruckgebiet, dass Luftmassen aus dem Osten zu uns führt; normalerweise ist es ein stabiles russisches oder skandinavisches Hoch und wegen deren großer Ausdehnung ist der Spätwinter eine deutschlandweite Singularität. Die täglich deutlich längere Sonnenscheindauer würde zwar auf eine mittlere Erhöhung der Temperaturen hindeuten, doch liegen in ganz Deutschland die im Mittel kältesten Maxima und Minima des Februars vom 14. bis 17. Februar. Im Norden sind es wegen des im Vergleich zum Januar kälteren oder gar gefrorenen Wassers von Nord- und Ostsee gebietsweise die kältesten Tage des Jahres. Da kann es nachts über Schnee schon mal weit in die zweistelligen Minuswerte gehen, tagsüber allerdings ist Dauerfrost wegen des schon im Vergleich zur Wintersonnenwende hohen Sonnenstandes eher selten. Die Temperaturdifferenzen zwischen den Maxima und Minima erreichen bei Sonnenschein Werte über 10 Grad. Bevor wir uns nun vor zweistelligen Minustemperaturen fürchten, schauen wir uns die Vorhersage für die nächste Woche an. Sie deuten auf Tiefstwerte bis -5 Grad hin, nur örtlich wir es in den Niederungen frostiger. Es wird also kälter als bisher, die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost ist in den Niederungen allerdings gering. Zum Wort Winter gehört ja auch Schnee, aber zum klassischen Spätwinter gehört der nicht unbedingt; er zeichnet sich schließlich durch die kältesten Februartemperaturen bei trockenem Wetter aus. Nur wenn Schnee schon vorher lag bzw. beim Übergang auf diese Wetterlage fiel, liegt Deutschland auch unter einer weißen Decke. Dieses Jahr erwarten wird Schnee nur im Norden Deutschlands und auf den Bergen, erstmals ausgeprägt pünktlich zum montäglichen Berufsverkehr. Wir sehen also, ein klassischer Spätwinter mit knackig kalten Temperaturen und Trockenheit wird das dieses Jahr nicht. Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Von der zugehörige Wetterlage mit einem stabilen Hoch über Skandinavien oder Russland ist nichts zu sehen. Das Temperaturminimum in dieser Woche entsteht unter gänzlich anderen Voraussetzungen. In der Statistik, die nur auf die nackten Zahlen schaut, wird aber die Singularität bezüglich der Temperatur bestätigt.* Dipl.-Met. Christoph Hartmann Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.02.2016 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Quelle: DWD
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