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Frühling im Kalender

Am Samstag, dem 20. März 2010, um 18:32 Uhr Mitteleuropäischer 
Zeit (MEZ), überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn 
durch den Tierkreis (Ekliptik) den Himmelsäquator in nördlicher 
Richtung. Auf der Nordhalbkugel markiert dies den 
Astronomischen oder Kalendarischen Frühlingsbeginn, auf der 
Südhemisphäre beginnt der Herbst. 
Die Sonne kulminiert erstmals in diesem Jahr über dem Äquator 
im Zenit. Sie steht im Frühlingspunkt, auch Widderpunkt 
genannt, der sich heutzutage im Sternbild der Fische (Pisces) 
befindet. Das war nicht immer so, denn bei ihrer Festlegung vor 
ca. 2000 Jahren stimmten die Abschnitte des Tierkreises (sog. 
Tierkreiszeichen) noch mit den entsprechenden Sternbildern 
überein. Ursache für die Wanderung des Frühlingspunktes ins 
Sternbild der Fische ist die Präzession der Erde, eine durch 
äußere Kräfte hervorgerufene Lageveränderung ihrer 
Rotationsachse. Sie bewirkt ein Zurückweichen des 
Frühlingspunktes um ca. 50 Winkelsekunden pro Jahr, was seitdem 
eine Verschiebung von etwa 28 Winkelgraden ausmacht. 
Am Frühlingsanfang geht die Sonne näherungsweise überall auf 
der Erde im Osten um 06:00 Uhr wahrer Ortszeit auf und im 
Westen um 18:00 Uhr unter. Näherungsweise, denn verschiedene 
Tatsachen der Himmelsmechanik bewirken ein Abweichen von 
geometrischen Idealformen. Des Weiteren wird zur Definition des 
Frühlingsbeginns (Schnittpunkt zwischen Ekliptik und 
Himmelsäquator) der Mittelpunkt der Sonnenscheibe verwendet, 
beim Sonnenauf- und Untergang über dem Horizont aber zählt die 
Sonnenoberkante. Somit ist der lichte Tag am kommenden Samstag 
schon etwas länger als die Nacht. Die Brechung des 
Sonnenlichtes an den unteren Atmosphärenschichten, die eine 
scheinbare Anhebung der Sonnenscheibe bewirkt, verstärkt diesen 
Effekt noch. Wahrscheinlich fand die eigentliche 
Tagundnachtgleiche (lat. Äquinoktium) in diesem Jahr bereits am 
17. oder 18. März statt. 


Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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Quelle: DWD
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