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Wetterzentrale Forum Archiv 2001 2. Halbjahr

ALLGEMEIN: 13.09.1979 6 Tote u. 30 Verletzte bei Ätnaausbruch

Geschrieben von: Hans-Dieter Müller
Datum: 21. Juli 2001, 17:59 Uhr


Hat zwar direkt nix mit dem Wetter zu tun, dachte aber, da momentan aber der Ätna ja wieder aktiv u. auch hier im Forum "Thema" ist wäre es vielleicht von Interesse.

Meldung vom 13.09.1979 im KStA

EXPLOSION AM ÄTNA:
SECHS TOTE und 30 VERLETZTE
Catania (ddp)
Am Ätna wurden gestern abend nach Angaben der Behörden in Catania sechs Touristen durch eine plötzliche Explosion getötet und etwa 30 weitere verletzt. Bei fünf der Todesopfer handelt es sich um Italiener, der sechste soll ein ausländischer Tourist sein.
Ersten Zeugenaussagen zufolge kam es vor der Explosion, die sich im Hauptkrater des höchsten Vulkans Europas ereignete, zu keinen ungewöhnlichen Geräuschen. Die Rettungsmaßnahmen wurden durch die einbrechende Dunkelheit erschwert. Die Toten u. Verletzten einer rund 40 Personen umfassenden Reisegruppe, deren Identität noch nicht bekannt ist, wurden mit Hubschraubern u. Krankenwagen ins Krankenhaus von Catania gebracht. Unter den verletzten Personen sollen sich zahlreiche Ausländer, Spanier u. Schweizer, befinden. Am Montag hatte der Ätna eine leichte eruptive Tätigkeit wiederaufgenommen u. eine dichte Rauchwolke ausgestoßen.

Einen Tag später, am 14.09.1979, dann folgender Artikel im KStA

NEUN URLAUBER VON STEINEN ERSCHLAGEN
Rom
"Für uns kam die Explosion völlig unvorhergesehen", mit diesen Worten bekennen Vulkanologen verschiedener italienischer Universitäten ihre Überraschung nach dem Unglück am Ätna, wobei mindestens neun Menschen getötet wurden. 22 Verletzte, einige von ihnen schweben in Lebensgefahr, liegen in Krankenhäusern der Stadt Catania.
Wie berichtet, befanden sich ungefähr 150 Touristen knapp unter 3000 m auf dem Gipfel des Vulkans, als eine große Menge Gestein aus einem neuen Krater ungefähr tausend Meter hoch geschleudert wurde. Als Erklärung wurde später angegeben, ein "Stopfen" aus erkalteter Lavamasse sei durch den inneren Druck des Vulkans herausgeschossen worden. Die Augenzeugen verwenden dramatischere Vergleiche: "Die Felsbrocken flogen, wie von einer ungeheuren Haubitze abgeschossen", erinnerte sich ein Gast aus Bergamo wenige Stunden nach dem Unglück, "auf unsere Gruppe hagelten Tausende von Steinen. Einige waren meterdick. Ein Teilnehmer an unserer Fahrt wurde von der Wucht eines solchen Brockens zerschmettert.
Die bisher geborgenen Toten sind ohne Ausnahme Italiener. Doch besteht die Möglichkeit, daß noch andere Opfer unter den Gesteinstrümmern liegen. Seit Mittwoch abend sind die Suchmannschaften an der Arbeit - Carabinieri, Feuerwehrleute, Krankenwagenfahrer. Außer der am schwersten betroffenen italienischen Gruppe von Besuchern war noch eine Gesellschaft mit verschiedenen Ausländern unterwegs: Schweizer, Spanier u. auch Polen. Von ihnen liegen mehrere verletzt in Krankenhäusern.
Italien spricht von einem "kleinen Pompeji". Immer drängender taucht die Frage auf, weshalb die Behörden für den tätigen Vulkan keine Sicherheitszone festgelegt haben, durch die die Katastrophe vom Mittwochabend hätte verhindert werden können.

Gruß,
Hans - Dieter

P.S. Am 19.07. kamen bei einem Erdbeben mit der Stärke 5,7 Richter bei Rieti, rund 110 Km nördl. von Rom, 5 Menschen zu Tode. 3.500 Menschen wurden obdachlos. Einen Zusammenhang mit dem Ausbruch des Ätnas, so Prof. Ludwig Ahorner, Leiter der Bensberger Erdbebenstation, bestehe aber nicht.

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