DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

15-04-2019 17:01
SXEU31 DWAV 151800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 15.04.2019 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Ruhige Hochdruckrandlage ohne markante Wettererscheinungen. In den Nächten
jedoch weiterhin frostig.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... liegt Deutschland an der Südflanke eines Hochs über Fennoskandien,
das durch ein blockierendes Höhenhoch über dem nördlichen Bottnischen Meerbusen
gestützt wird. Über Ost- und dem östlichen Mitteleuropa hält sich ein
Höhentiefkomplex. Dessen westlichster Kern (der für unser Wettergeschehen
relevant ist) löst sich aus dem Höhentiefkomplex heraus und wird als
Kaltlufttropfen gemäß der bodennahen Strömung nach Südschweden gesteuert.
Absinken an dessen Vorderseite sorgt größtenteils für eine klare Nacht, so dass
in weiten Teilen Deutschlands leichter, vor allem im östlichen Bergland und in
ungünstigen Lagen in Bodennähe mäßiger Frost zu erwarten ist. Im Nordwesten,
Westen und im Südwesten ist die Luftmasse ein wenig feuchter, so dass dort Frost
auf hierfür anfällige Lagen beschränkt bleiben dürfte. Aufgrund der Trockenheit
der Luftmasse ist die Glättegefahr nur gering; auch Nebel sollte nur örtlich eng
begrenzt auftreten.
An der Südflanke des Hochs bleibt ein kräftiger Gradient bestehen, so dass vor
allem an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind, auf Nordseeinseln sowie in
einigen Hochlagen Südwestdeutschlands warnrelevante Böen auftreten können.

Dienstag ... gelangt Deutschland zusehends in den Einflussbereich eines
Höhenkeils, der sich von der Iberischen Halbinsel über die Britischen Inseln
hinweg nordwärts erstreckt und Verbindung zu dem blockierenden Hoch über
Fennoskandien aufnimmt. Dieser Keil wird von einem schwachen Trog überlaufen,
dem eine flache Tiefdruckrinne vorgelagert ist. Diese Rinne läuft gegen das o.g.
Bodenhoch an, kann aber nur auf den Westen und Südwesten Deutschlands
übergreifen, wo vorderseitig etwas Hebung generiert wird. Hierdurch zieht in
diesen Gebieten mehrschichtige Bewölkung auf, in der zweiten Tageshälfte kann es
zwischen Eifel und Bodensee etwas regnen, wobei mehr als 5 mm Niederschlag
unwahrscheinlich sind. Südlich der Donau ist die Schichtung leicht labil, so
dass es dort für schwache Schauer reichen könnte. Da zwischen 500 und 600 hPa
Reste der Absinkinversion die Schichtung stabilisieren, sollten Gewitter
ausbleiben.
Im weitaus größten Teil Deutschlands sorgt Absinken im Randbereich des
ausgedehnten Bodenhochs für sonnenscheinreiches Wetter. Allerdings bleibt der
Gradient bestehen, so dass vor allem an der Küste und in einigen Hochlagen West-
und Südwestdeutschlands warnrelevante Böen auftreten können. Während im
Einflussbereich des Kaltlufttropfens sowie unter mehrschichtiger Bewölkung nur
12 bis 15 und unmittelbar an der See Maxima um 10 Grad zu erwarten sind, steigt
sonst die Temperatur auf 15 bis 19 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch füllt sich die Tiefdruckrinne, ohne gänzlich den
Westen und Südwesten Deutschlands zu erreichen, bereits wieder auf. Die
Niederschläge können dann vielleicht noch auf den Westerwald, Mainfranken und
das Allgäu übergreifen, wobei selbst in Staulagen kaum mehr als 10 mm innerhalb
von 12 Stunden zusammenkommen sollten. Im Norden, Nordosten und ganz im Osten
bleibt es klar, so dass dort erneut mit leichtem Frost oder zumindest mit
Bodenfrost zu rechnen ist. Unter dichten Wolken bleibt es frostfrei.
Mittwoch ... wird der Kaltlufttropfen in Richtung Nordmeer gesteuert, der
hiervon ausgehende Trog, der sich bis in den Westen Deutschlands erstreckt
hatte, wird zugeschüttet. Damit verschwinden auch die Reste der o.g.
Tiefdruckrinne, wobei sich über dem gesamten Vorhersagegebiet wieder eine
östliche Strömung durchsetzt. Folglich lassen die Niederschläge über dem Westen
und Südwesten Deutschlands bis Mittag weitgehend nach. Mit dem dort einsetzenden
Druckanstieg und Absinken sollte auch die Bewölkung in diesen Gebieten zusehends
Lücken bekommen. In den anderen Gebieten lässt Absinken im Randbereich des
ausgedehnten, über Skandinavien und Nordwestrussland liegenden Bodenhochs keine
nennenswerte Wolkenbildung zu. Zudem beginnt der Gradient im Randbereich des
Hochs ein wenig aufzuweichen, so dass warnrelevante Böen weniger wahrscheinlich
sind als bisher. Die Temperatur steigt auf 14 bis 19, im Bergland und bei
auflandigem Wind an der See auf 10 bis 13 Grad.
In der Nacht zum Donnerstag kräftigt sich der Westteil des Bodenhochs, d.h. es
entwickelt sich ein neuer Schwerpunkt über Südnorwegen. Hierdurch kann der
Gradient über dem Südwesten Deutschlands ein wenig zulegen, do dass dort in den
Höhenlagen warnrelevante Böen wahrscheinlicher werden. Absinken sollte dann auch
über den Südwesten und Westen die Bewölkung verschwinden lassen. Im Nordosten,
im Süden sowie im zentralen und östlichen Bergland ist erneut mit leichtem Frost
oder zumindest mit Frost in Bodennähe zu rechnen.

Donnerstag ... läuft an der Nordflanke des über Nordeuropa liegenden
blockierenden Hochs ein Trog nach Osten ab. Hierdurch wird das Hoch ein wenig
nach Süden gedrückt, baut aber, gestützt durch über das Nordmeer hinweg
nordostwärts ausgreifende Warmluftadvektion, in seinem Westteil an. Somit zeigt
sich eine eher leicht retrograde Verlagerung des Zirkulationsmusters. Im
Bodendruckfeld ergibt sich dagegen keine wesentliche Änderung. Mit Hilfe des
Tagesganges kann es im höheren Bergland sowie in freien Lagen für einzelne
Windböen reichen. Ansonsten sind keine warnrelevanten Wetterereignisse in Sicht.
Bedingt durch einen Trog, der vom dem über Südosteuropa liegenden
Höhentiefkomplex bis nach Deutschland reicht, kann sich im Norden und Osten
sowie in Alpennähe flache Quellbewölkung entwickeln. Im Norden und in der Mitte
wird durch eine Absinkinversion, die zwischen 700 und 800 hPa liegt, ein
stärkeres Aufquellen der Bewölkung unterbunden, im Süden macht Kaltluftadvektion
der Konvektion den Garaus. Nahezu ungehinderte Sonneneinstrahlung lässt daher
die Temperatur auf 17 bis 23 Grad steigen. An der Küste bei auflandigem Wind
sowie im höheren östlichen Bergland sind 11 bis 15 Grad zu erwarten.


Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Die vorliegenden Modelle zeigen durchweg eine ähnliche Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann